Stellungnahme der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH zum Brandbrief der „Kiez-Initiative High-Deck-Siedlung“

Die Stellungnahme der HOWOGE bezieht sich auf den Inhalt des Briefes, der am 3. September 2026 im Rahmen einer Presseeinladung zur Kundgebung am 8. September 2026 durch die „Kiez-Initiative High-Deck-Siedlung“ an die Medien versendet wurde. Vertreterinnen der HOWOGE wurde am 2. September 2026 innerhalb einer persönlichen Einladung zu dieser Veranstaltung eine verkürzte Fassung des Briefes übermittelt.

Wir nehmen die im Brief der „Kiez-Initiative High-Deck-Siedlung“ beschriebenen Sorgen und Hinweise der Mietenden sehr ernst. Uns ist bewusst, dass viele Bewohnerinnen und Bewohner seit langer Zeit in der Siedlung leben und zurecht erwarten, dass Mängel zuverlässig bearbeitet, Zuständigkeiten transparent benannt und notwendige Maßnahmen nachvollziehbar umgesetzt werden.

Die angesprochenen Themen berühren unterschiedliche Bereiche der Bewirtschaftung, Instandhaltung und Kommunikation im Quartier. Wir prüfen fortlaufend, wo Abläufe verbessert, Informationen klarer vermittelt und Maßnahmen verlässlicher umgesetzt werden können.

Die HOWOGE hat die High-Deck-Siedlung im Jahr 2022 in einem Zustand mit erheblichem Instandhaltungs- und Sanierungsbedarf in ihren Bestand übernommen. Wir arbeiten daran, diesen Bestand schrittweise zu stabilisieren, instand zu setzen und weiterzuentwickeln. Dabei priorisieren wir Maßnahmen nach Dringlichkeit, Verkehrssicherheit, technischer Notwendigkeit und Umsetzbarkeit. Nicht alle Themen lassen sich gleichzeitig lösen; sie werden aber weder ignoriert noch bewusst zurückgestellt.

Wo Abläufe nicht zufriedenstellend waren oder Rückmeldungen zu lange gedauert haben, nehmen wir Kritik ernst und steuern nach. Zugleich ist es wichtig, komplexe Schadensbilder sorgfältig technisch zu prüfen, damit Ursachen behoben werden und nicht nur einzelne Symptome.

Zu den Maßnahmen in den Häusern Michael-Bohnen-Ring 12, 14 und 16 wissen wir, dass die Arbeiten für die betroffenen Haushalte sehr belastend sind. Sie sind jedoch erforderlich, um technische Mängel zu beheben und den Bestand langfristig zu sichern. Auf Kritik am Ablauf haben wir bereits reagiert, unter anderem durch eine engere Begleitung vor Ort, verbesserte Kommunikation und angepasste Ausweichmöglichkeiten für besonders betroffene Mietparteien.

Den Vorwurf, es handele sich bei den Maßnahmen im Michael-Bohnen-Ring nicht um Modernisierung, nehmen wir ebenfalls zur Kenntnis. Entscheidend ist: Bei allen Maßnahmen wird fachlich und mietrechtlich klar zwischen Instandhaltung bzw. Instandsetzung und Modernisierung unterschieden. Instandhaltungskosten trägt der Vermieter; eine Umlage kommt nur für tatsächlich modernisierungsbedingte Kosten in Betracht. Eine pauschale Gleichsetzung aller Arbeiten mit umlagefähiger Modernisierung ist daher ebenso unzutreffend wie die Annahme, Instandhaltungskosten würden auf die Mietenden übertragen. Eine mögliche Modernisierungsumlage ist zudem gesetzlich und durch die für landeseigene Wohnungsunternehmen geltenden Regelungen begrenzt. Unser Ziel ist es, den Bestand langfristig zu sichern und den Bewohnerinnen und Bewohnern zukunftsfähigen Wohnraum zu bieten.

Die Forderung nach einer vollständigen Durchführung von Maßnahmen ohne jede mietwirksame Konsequenz muss die HOWOGE ablehnen. Als landeseigenes Wohnungsunternehmen steht die HOWOGE für bezahlbares Wohnen und soziale Verantwortung. Gleichzeitig ist sie verpflichtet, ihre Bestände wirtschaftlich, rechtssicher und mit Blick auf die Zukunft zu bewirtschaften. Umfangreiche

Modernisierungen, energetische Verbesserungen und grundlegende technische Erneuerungen verursachen erhebliche Kosten. Ob und in welchem Umfang Kosten mietrechtlich berücksichtigt werden können, richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und den für landeseigene Wohnungsunternehmen geltenden politischen und sozialen Rahmenbedingungen, an die sich die HOWOGE hält. Eine generelle Zusage, jegliche Maßnahmen vollständig warmmietenneutral umzusetzen, wäre weder seriös noch wirtschaftlich verantwortbar.

Ebenso weist die HOWOGE die Forderung zurück, Mietenden ein unmittelbares Mitbestimmungsrecht über Umfang, Art und Durchführung von Sanierungen einzuräumen. Selbstverständlich wird die Mieterschaft informiert, angehört und bei der Planung von Abläufen soweit wie möglich berücksichtigt. Gerade bei Maßnahmen in bewohnten Wohnungen ist eine gute Abstimmung unverzichtbar. Entscheidungen über technische Standards, Bauabläufe, Vergaben, Sicherheitsanforderungen, gesetzliche Pflichten und Wirtschaftlichkeit sind jedoch Angelegenheit und Verantwortung des Bauherrn. Beteiligung bedeutet aus unserer Sicht: frühzeitige Information, nachvollziehbare Kommunikation, Berücksichtigung besonderer Härten und ein geregelter Dialog – nicht die Verlagerung unternehmerischer und rechtlicher Verantwortung auf einzelne Interessengruppen.

Die HOWOGE bekennt sich zum Leistbarkeitsversprechen des Landes Berlin und setzt die entsprechenden sozialen Vorgaben verantwortungsvoll um. Unser Ziel ist es, notwendige Investitionen in den Bestand mit dem Schutz bezahlbarer Mieten zu verbinden.

Den Wunsch nach Transparenz und Dialog greifen wir ausdrücklich auf. Deshalb hatten wir vertretende Mietende der Initiative zu einem Gespräch mit der Leitung des Kundenzentrums eingeladen. Das Gesprächsangebot am 1. September 2026 wurde mit Hinweis auf die für den 8. September 2026 angekündigte Aktion leider vorab nicht angenommen.

Das bedauern wir, denn aus unserer Sicht lassen sich offene Fragen und unterschiedliche Wahrnehmungen am besten im direkten Gespräch klären.

Unser Gesprächsangebot bleibt bestehen. Wir schlagen zeitnah einen weiteren Gesprächstermin mit der Leitung des Kundenzentrums vor, um die angesprochenen Themen strukturiert, sachlich und lösungsorientiert zu besprechen.

An der Kundgebung der Initiative am 8. September 2026 wird die HOWOGE nicht teilnehmen.

Unser Anspruch bleibt: Die High-Deck-Siedlung soll schrittweise stabilisiert, instandgesetzt und zukunftsfähig weiterentwickelt werden – sozial verantwortungsvoll, technisch fundiert und im Rahmen der Möglichkeiten eines landeseigenen Wohnungsunternehmens. Dabei setzen wir auf Dialog, Transparenz und konkrete Verbesserungen statt auf pauschale Schuldzuweisungen.

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