Mehr als 1.700 Mieterinnen und Mieter der HOWOGE haben an der ersten Umfrage des Mieterrats teilgenommen. Die Ergebnisse liefern wichtige Einblicke in die Mieterzufriedenheit und führen zu ersten Maßnahmen.
Es war das erste Mal, dass ein Berliner Mieterrat eine Umfrage durchgeführt hatte. Im vergangenen Jahr konnten die Mieterinnen und Mieter der HOWOGE online an einer kurzen Befragung des Gremiums teilnehmen. Ziel war es, zu erfahren, was die Mieterschaft bewegt – angefangen von der Wohnungssuche über das laufende Mietverhältnis bis zur Arbeit des Mieterrats. „Die Umfrage sollte Einblicke in die Mieterzufriedenheit und die Wahrnehmung des Mieterrats geben“, erklärt Alexander Nuss, der seit 2024 Mitglied im Mieterrat ist und auch einen Sitz im Aufsichtsrat der HOWOGE hat. Nuss ist mit der Teilnehmendenzahl zufrieden: „Die hohe Beteiligung hat uns sehr gefreut.“
Mit mehr als 1.700 Teilnehmenden war die Abstimmung zahlreich. Besonders hoch war die Beteiligung der Mieterinnen und Mieter zwischen 35 und 44 Jahren. Nachdem die Befragung über drei Monate für alle Mietenden über 18 Jahren offen war, ging es für die Mitglieder des Mieterrats an die Auswertung. Das Ergebnis sei grundsätzlich positiv, fasst Nuss zusammen. Hinsichtlich Mieterservice, Erreichbarkeit, Mängelbearbeitung und Kommunikation gab es jedoch eindeutige Hinweise und Wünsche seitens der Mieterschaft, die nun gemeinsam mit der HOWOGE angegangen werden.
Die drei großen Bereiche der Umfrage umfassen die Zufriedenheit der Mietenden vor Beginn des Mietverhältnisses, während der Anmietung und die Arbeit des Mieterrats selbst. Am geringsten fiel die Zufriedenheit bei der Wohnungssuche aus. Nuss erklärt: „Das hat vor allem mit der Wohnungssituation in Berlin insgesamt zu tun – es ist eben nicht einfach, eine Wohnung zu finden, auch wenn das System der HOWOGE fair und gleichberechtigt ist.“
Am besten schnitten der Prozess der Mietvertragsunterzeichnung und die Wohnungsbesichtigung ab. Auf den Wunsch nach einem stärkeren Mieterservice konnten Mieterrat und Vermieterin bereits reagieren: Seit Februar bietet die HOWOGE an ausgewählten Standorten Mietersprechstunden ohne vorherige Terminvergabe an. „Wir sind sehr stolz auf diese Sofortmaßnahme als Folge der Umfrage“, sagt Mieterratsmitglied Nuss.
Mit der Wohnqualität insgesamt zeigt sich die Mieterschaft zwar weitestgehend zufrieden. Aber: „In einigen Punkten, insbesondere im Mieterservice, gibt es noch Luft nach oben“, erklärt der ehrenamtliche Vertreter. Die HOWOGE reagiert dankbar und offen auf die Initiative und das Engagement des Mieterrats. In gemeinsamen Workshops wurden die Umfrageergebnisse konstruktiv und auf Augenhöhe aufgearbeitet. „Wir stehen zu allen Kritikpunkten mit der HOWOGE im Austausch und sind dabei, Lösungen zu entwickeln.“ Damit zieht der Mieterrat schon jetzt eine positive Bilanz nach der Umfrage: „Unsere Arbeit zeigt Wirkung – wir können jetzt ganz anders mit der HOWOGE ins Gespräch gehen und mit Zahlen belegen, was die Mieterschaft bewegt.“ Insgesamt war auch die Zufriedenheit mit der Arbeit des Mieterrats sehr hoch. „Unsere Gremiumsarbeit wird geschätzt“, freut sich Nuss.