Kiezgeschichten

Für die Natur begeistern
Jul 2014

Für die Natur begeistern

Der neue Zoo- und Tierpark-Direktor Dr. Andreas Knieriem trifft seine größten Mieter. mieteinander begleitet ihn beim Antrittsbesuch im Giraffenhaus.

Auf den ersten Blick eine normale Wohnküche: Kühlschrank, Kaffeemaschine, Küchentisch mit Eckbank aus Eichenholz. Nur die Familienfotos machen stutzig. Aus den Bilderrahmen schauen Antilope, Büffel und Strauß – willkommen im Tierpark Berlin! In der Teeküche speisen die Tierpfleger, eine Tür weiter die größten Säugetiere Berlins: Giraffen. Durch den lichten Stall geht’s direkt auf das Freigelände. Heute auf dem Speiseplan: Knäckebrot und Eschenzweige. Anlass für das Festmahl ist der Antrittsbesuch des neuen Direktors. Seit April 2014 leitet Andreas Knieriem (48) den Zoologischen Garten, das Zoo-Aquarium und den Tierpark in Friedrichsfelde. Die bis zu sechs Meter großen Uganda-Giraffen traben im Wiegeschritt heran, als Tierpflegerin Claudia Walther (46) die Äste heranschleift. Zutraulich neigt die alte Jette ihren Kopf zu Andreas Knieriem, umschlingt mit blauroter Zunge ein Büschel Blätter und rupft sie ab. Der Zoo- und Tierpark-Direktor bleibt auf Abstand: „Das sind die härtesten Klauen im Tierreich“, sagt der promovierte Tierarzt. „Den größten Respekt habe ich vor Tieren, bei denen man die Gefahr nicht sofort sieht.“ Vom Veterinär zum erfolgreichen Zoomanager: Vor Berlin war seine letzte Station München, wo er den Tierpark in der europäischen Zoo-Rangliste von Platz zwölf auf vier brachte.

Das Besondere am Tierpark ist: Er bietet so viel Platz, dass wir Tiere in natürlichen Lebensräumen zeigen können

Nun arbeitet Andreas Knieriem an einem neuen Konzept für die Hauptstadt-Zoos. Der Tierpark soll ein unverwechselbares Profil bekommen. Zum Beispiel: die ganze Welt an einem Tag. So sollen die Besucher auf der Reise durch den 160-Hektar-Park alle fünf Kontinente entdecken. Das Giraffen-Gehege soll ein Stück der afrikanischen Steppe werden, vereinigt mit den Anlagen für Elefanten und Antilopen. „Das Besondere am Tierpark ist ja, dass wir so viel Platz haben und die Tiere in natürlichen Lebensräumen zeigen können“, sagt Andreas Knieriem. „Der Besucher soll das Gefühl haben, mitten in der Natur zu sein.“ Der neue Direktor will Mensch und Tier zusammenbringen. Eine Idee: Besucher können auf Futterkanzeln steigen und den fressen den Giraffen ins Auge blicken. Eine solche Begegnung bringe viel in Bewegung, so Knieriem. „Ein Zoo kann die Menschen für die Natur begeistern.“ 60 Millionen Menschen besuchten jedes Jahr in Deutschland einen Zoo, rechnet Knieriem vor. „Das sind viel mehr als die 13 Millionen Bundesliga-Besucher.“ Inzwischen beobachtet Giraffenbaby Bine die Fütterung aus einiger Entfernung. Nachts im Giraffenstall darf Bine mit der Mutter in eine Box, später bekommt sie ihr eigenes Reich. „Jedes Tier hat seine eigene Schlaf-Box“, erklärt Claudia Walther. An diesem  sonnigen Morgen sind alle Giraffen im Freien. Die Tierpflegerin befüllt die Futterkörbe mit frischem Luzerneheu und Himbeerlaub. Ist der Korb voll, kurbelt sie ihn mit einer Hydraulik auf Giraffenhöhe. Die Erweiterungspläne ihres Chefs findet die Revierleiterin überzeugend. „In der Anlage hätten die Tiere jedenfalls genug zu fressen. Weil die Luzernezweige aussamen, wächst hier inzwischen überall gutes Giraffenfutter.“

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