Partizipationsverfahren Schadow-Gymnasium

Bild – Ansicht auf die rote Backstein-Front des Schadow-Gymnasiums

Partizipationsverfahren

Koordination: Hausmann Architekten, Aachen

Verfahren: dreistufiges Workshopverfahren mit Interviews und Ergebnispräsentation

Beteiligte: Erweiterte Schulleitung und Verwaltung, Kollegium, Eltern- und Schülervertreter, externe Nutzer, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, HOWOGE, pädagogische Expertin

Anlass und Ziel

Die einzelnen Schulgebäude werden  einerseits aufgrund ihres Gebäudealters und andererseits aufgrund ihrer räumlichen Struktur nicht mehr den baulichen und schulfachlichen Anforderungen einer leistungsfähigen Schule gerecht. Handlungsbedarf besteht insbesondere in den  Bereichen der Klassenraumgrößen, dem Brandschutz, der sanitären Einrichtungen sowie in der Gestaltung der Barrierefreiheit. Mit der Sanierung sollen die baulichen Defizite behoben werden und, wo möglich, die Aufenthaltsqualität sowie die Umgebungsbedingungen zum Lernen und Lehren verbessert werden. In den Workshops wurden die Bedarfe der Schulgemeinschaft erarbeitet, analysiert und in Nutzungskonzepte überführt, immer unter der Prämisse, Räume den Anforderungen des neuen Lernens entsprechend zu gestalten, ohne zu sehr in die bauliche und denkmalgeschützte Gebäudesubstanz einzugreifen.

Informationen zum Projekt Schadow-Gymnasium

Der Partitionsprozess

Vorbereitung
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Vor Beginn der Workshops wurden sogenannte „Schlüsselinterviews“ mit den Beteiligten des Schadow-Gymnasiums durchgeführt. Diese Interviews dienten dazu, sich untereinander kennenzulernen und ein gemeinsames Verständnis für die Aufgabenstellung zu entwickeln.  „Wie funktioniert die Schule?“ und „Welche Bedarfe ergeben sich aus dem Schulalltag?“ waren zentrale Fragestellungen der Interviews. Diese pädagogische und räumliche Bestandsaufnahme diente zur Definition übergeordneter Entwicklungsziele und zur Vorbereitung für die kommenden Workshops.


Workshop 1
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Im ersten Workshop sollten alle Teilnehmer in bunt zusammengesetzten Arbeitsgruppen anhand unterschiedlicher Fragestellungen zu ihrem Lern- und Lehralltag ihren Bedarf aus dem Schulalltag heraus analysieren, diskutieren und in verschiedene Nutzungskonzepte für die allgemeinen Unterrichtsbereiche und die Fachraumbereiche, übertragen. Zur Orientierung für die räumliche Gestaltung diente die Idee der Berliner Lern- und Teamhäuser. Die Adaptionsfähigkeit auf das denkmalgeschützte  Schadow-Gymnasium wurde  von den einzelnen Arbeitsgruppen einzeln vorgetragen, in einer großen Runde diskutiert und zu einer einheitlichen Konzeptausrichtung kombiniert.


Workshop 2
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Im zweiten Workshop wurde das Konzept zur pädagogischen Entwicklung der Unterrichtsbereiche weiter konkretisiert. Darauffolgend erarbeiteten die jeweiligen Arbeitsgruppen  Konzepte zur Einbindung der Gemeinschaftsbereiche (Mensa, Aula und Sporthalle). Darüber hinaus haben die Planer die Schule in einzelne Funktionsbausteine (Lernbereiche, Mensa, Aula, Verwaltung und Bibliothek) strukturiert und anhand von Strukturmodellen der Schulgemeinschaft zur Diskussion vorgestellt. Die Neustrukturierung der Schule dient dazu, die Funktionsdopplungen, die sich aus der derzeitigen Nutzung von zwei ehemals eigenständigen Schulen ergeben, aufzulösen. Durch eine bessere Raumstrukturierung kann die Nutzung vorhandener Räume effizienter gestaltet werden.

Im Abschluss des zweiten Workshops war allen Akteuren der Schule klar, dass sich ein denkmalgeschützter Gebäudebestand nicht wie ein Neubau völlig neu strukturieren lässt, aber durch offene Diskussionen mit den unterschiedlichen Interessensgruppen können gute Konzepte entwickelt werden, die die Anforderungen der Schule und die Gegebenheiten des Bestandes gewinnbringend kombinieren.


Ergebnis und Abschlusspräsentation
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Als Ergebnis des Partizipationsprozesses wurden zwei unterschiedliche Varianten zum Umgang mit dem denkmalgeschützten Bestand und der funktionalen Neuordnung des Schulcampus konzeptionell durch die Planer erarbeitet und in einer Präsentation vor der Schulgemeinschaft diskutiert.  Beide Varianten zeigen unterschiedliche Eingriffe in die Gebäudesubstanz auf:

a) starke Orientierung an der Idee der Lern- und Teamhäuser mit Veränderung der vorhandenen Gebäudestruktur

b) wenig Eingriff in die Gebäudestruktur, jedoch geringe Veränderungen der funktionalen Raumzusammenhänge

Diese Varianten bilden ein weites Spektrum, in welchem sich der Generalplaner bei der weiteren Planung bewegen wird. Hierbei gilt es eine Lösung zu finden, die die vorhandenen räumlichen Defizite und die Ergebnisse des Partizipationsprozesses im Kontext des Gebäudebestandes berücksichtigt und mit weiteren Planungsbeteiligten abgestimmt werden kann.