Frau in einem Spielzimmer

Fünf Anlaufstellen in der Krise Hilfe, die von Herzen kommt

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Menschliche Wärme trägt uns durch stürmische Zeiten: Wer allein nicht weiterweiß, findet bei diesen fünf Projekten Unterstützung und Halt im Alltag – und Menschen, die sich für die Gemeinschaft einsetzen.

Fünf Anlaufstellen in Krisenzeiten:

Collage aus verschiedenen Situationen im Familienzentrum. Spielzimmer, Erzieherinnen

Das Familienzentrum – ein warmes Nest für Kinder und ihre Eltern

Das typische Wellendach verrät’s: Der Flachbau an der Landsberger Allee, in dem heute Kinder wimmeln und sich Eltern bei einer entspannten Tasse Kaffee austauschen, beherbergte zu DDR-Zeiten eine Speisegaststätte. Im Herbst 1998 zog das Christliche Sozialwerk Berlin ein. Das alte Café Kiew beherbergt heute ein Familienzentrum, einen Kinderclub und Angebote für Suchtkranke. Krabbelgruppen, Papa-Kind-Treffen, Beratungsangebote und der Elterntreff jeden Dienstag und Donnerstag gehören mittlerweile fest dazu. „Wir wollen Kindern helfen, positiv in die Zukunft zu schauen – und Eltern in ihren Lebensphasen unterstützen“, beschreibt Geschäftsführerin Judith Täger ihre Aufgabe. Sie und ihre Mitarbeiter:innen sind für bis zu 60 Kinder und mehr als 15 Eltern täglich da, helfen bei Hausaufgaben und Eheproblemen, nehmen alle liebevoll auf und leisten auch ganz praktische Hilfe. Unterstützt wird das Sozialwerk nicht nur von der HOWOGE und der Kirche, sondern auch von Ehrenamtlichen – zum Beispiel mit selbst gebackenem Kuchen, dessen Duft immer dienstags durch die Räume zieht.

 
Abbildung: Musikalische Frühförderung: Musikpädagogin Jeanine Willborn spielt und singt mit den Kindern. Abbildung unten: Judith Täger im Familienzentrum: Hier wird täglich getobt und gelacht.
Illustration zweier Menschen, die sich gegenüber anblicken

Mehr als 2.000 Menschen im Monat besuchen das Christliche Sozialwerk in Hohenschönhausen und nutzen dort das Familienzentrum, den Kinderclub und die Suchthilfe.

Adresse, Öffnungszeiten und mehr finden Sie auf der Website des Familienzentrums des christlichen Sozialwerks Berlin e.V.

Frau vor einem Kleiderständer

Die Kleiderkammer – Hosen und Hausrat gegen kleine Spenden

Kleidung vom Abendkleid bis zur Zipfelmütze, Haushaltswaren und Dekoartikel: In den fünf Räumen der Kleiderkammer des Vereins Soziale Herzen gibt es fast nichts, das es nicht gibt. Mitnehmen kann man es gegen eine vergleichsweise kleine Spende. Winterjacken etwa werden für fünf Euro abgegeben, Hosen für die Hälfte – vorausgesetzt, man kann seine Bedürftigkeit nachweisen. Viele der Kund:innen kommen seit Jahren. „Es sind vor allem Familien mit vielen Kindern und alleinstehende Männer“, sagt Evelyn Witkowski. Die 75-Jährige ist eine der fünf Ehrenamtlichen, die den Laden in Alt-Friedrichsfelde am Laufen halten. Eins ist ihr besonders wichtig: „Die Leute müssen sich nicht schämen, hierherzukommen.“ Die Erlöse der Kleiderkammer fließen übrigens direkt in das Kinder- und Jugendzentrum des Vereins auf der anderen Straßenseite. Dort wird unter anderem gemeinsam gekocht und gebastelt. Auch Ausflüge stehen auf dem Programm.

 
Abbildung: Die promovierte Informatikerin Evelyn Witkowski hilft seit drei Jahren in der Kleiderkammer.
Illustration mit verschiedenen Kleidungsstücken

Rund 300 Familien und Einzelpersonen versorgen sich jährlich regelmäßig in der Kleiderkammer.

Adresse, Öffnungszeiten und mehr finden Sie auf der Website der Kleiderkammer Soziale Herzen e. V.

Illustration mit Handy

HOWOGE-Sozialberatung - Ein offenes Ohr und fachkundiger Rat

Wer bei Jeannette Knoff anruft, hat oft vor etwas Angst. Angst, die Miete nicht mehr zahlen zu können, zu vereinsamen oder die Wohnung zu verlieren zum Beispiel. Andere wollen wissen, wie man seine Rente aufstockt. „Manche rufen auch nur an, weil sie reden wollen“, sagt Jeannette Knoff. Sie und fünf Kolleg:innen betreuen bei der HOWOGE die Telefonhotline des Sozialen Managements. Die Dauerkrise der letzten zwei Jahre lässt die Telefone jeden Dienstag und Donnerstag regelmäßig klingeln. Viele Fragen kann das Team direkt beantworten, findet zum Beispiel Wege aus den Mietschulden oder hilft bei Anträgen und Briefen. Wenn die Probleme größer sind, werden die Mieter:innen auch an externe Partner:innen vermittelt. Übrigens: Wer einmal anruft, meldet sich auch gern noch einmal. Etwa, wenn das Problem gelöst ist. „Das ist jedes Mal so schön zu hören – wenn die Leute wieder Lebensqualität spüren“, sagt Jeannette Knoff.

Abbildung von Frau Knoff

"Manche wissen gerade nicht mehr, wie sie das alles stemmen sollen. Wir hören erst einmal zu."

JEANNETTE KNOFF | Sozialer Beratungsdienst der HOWOGE

Illustration Brief und Fragezeichen

Mietschulden, Behördengänge, Zukunftsängste – Das sind die häufigsten Themen bei der HOWOGE-Sozialberatung.

030 5464-1234 ist die Nummer der HOWOGE-Sozialberatung

Die Telefone sind dienstags von 9 bis 11 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr besetzt.

Weitere Informationen zur HOWOGE Sozialberatung finden Sie hier.

eine Person an einem Schreibtisch, der einer Person etwas erklärt

Energieberatung – Soforthilfe mit LED-Leuchten und schaltbaren Steckerleisten

Wenn der Stromsparchecker kommt, dann gehen die Lichter aus – und zwar im besten Sinne: nämlich immer, wenn sie nicht gebraucht werden. Dafür drückt Sven Schoß ganz einfach auf den Knopf der schaltbaren Steckerleiste. „So eine kann man bei uns kostenlos bekommen“, sagt er und betont: „Aber erst nach erfolgter Beratung.“ Gemeint ist damit die Energieberatung, die die HOWOGE gemeinsam mit der Caritas ihren Mieter:innen in Alt-Hohenschönhausen anbietet. Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat sitzt dort jemand von Sven Schoß’ Stromsparchecker-Team im Kiezcontainer im Anna-Ebermann- Kiez. „Wir haben zwei Ziele: erstens den Menschen Geld ins Portemonnaie zu spülen und zweitens CO2 einzusparen“, sagt Schoß. Die Energieberatung läuft in der Regel so ab: Nach einem Vorgespräch werden bei einem Hausbesuch Wasser- und Stromverbrauch, Energie- und Nebenkostenabrechnung gecheckt. Dabei gibt es die ersten Spartipps. Beim zweiten Besuch bringen die Berater:innen ein Soforthilfe- Paket mit, das neben besagten Steckerleisten auch LEDs oder Zeitschaltuhren enthalten kann. „Das wird dann alles direkt eingebaut“, sagt Sven Schoß. Als „Zuckerstückchen“ gebe es zudem noch Gutscheine für effiziente Kühlgeräte.

Für Mieter:innen ist dieser Service kostenlos.

Eine person mit einer roten Kappe schaut in die Kamera

Berliner Tafel – Wo Nächstenliebe durch den Magen geht

Wie wichtig die Berliner Tafel ist, begriff Carol Seele erst so richtig im Lockdown 2020. Denn weil die Ausgabe von Lebensmitteln gestoppt worden war, wurde es für ein paar seiner Gäste finanziell ziemlich eng. „Als wir wieder aufmachten, hörte ich von überall: ‚Wie gut, dass Sie wieder da sind. Sie glauben ja gar nicht, wie teuer Essen ist!‘“, erinnert sich der Leiter der Köpenicker Ausgabestelle. Seitdem ist die Zahl der Menschen, die sich dienstags den Beutel mit Gemüse und Brot, Kaffee, Reis und anderen Lebensmitteln füllen lassen, noch einmal stark gestiegen. Manchmal, sagt Seele, seien die Regale sehr schnell leer. Wer zur Tafel ins Fanhaus des 1. FC Union kommt, ist das, was das Gesetz „bedürftig“ nennt, und wohnt im Bezirk. Mehr als 15.000 Portionen haben die rund 50 Ehrenamtlichen um Carol Seele in diesem Jahr schon verteilt. Und selbstverständlich zuvor eingesammelt: Die Spenden stammen in der Regel von Supermärkten und müssen dort abgeholt werden..

Illustration mit Möhre und Teller

47 Ausgabestellen der Berliner Tafel gibt es in ganz Berlin.


Rund 261.200 Gäste verzeichnet die Tafel in Köpenick bislang – seit Beginn der Lebensmittelausgabe in der Hofkirche 2005.

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