Kiezgeschichten

Wo die wilden Tiere wohnen

Wo die wilden Tiere wohnen

In der Tierparkschule erforschen junge Menschen wilde Tiere. In den Sommerferien gibt es mit den „Forscherkids“ ein exklusives Angebot für Mieterkinder.

HOWOGE Forscherkids gestalten Infotafeln
Bunte Safari statt graue Theorie: Die HOWOGE-Forscherkids erforschen das Tierreich und gestalten Informationstafeln wie Profi-Zoologen

Ein Referat in Bio? Könnte langweilig werden – aber nicht in der Tierparkschule. Hier in Friedrichsfelde halten die Schüler den Vortrag über die karibische Seekuh vor dem gläsernen Pool, in dem die Meeressäuger wohnen. Türkis schimmert das Wasser hinter dicken Scheiben, davor lauscht die 7b des Dathe-Gymnasiums dem Vortrag der Klassenkameraden. Gerade als die drei Referenten erzählen, dass Seekühe bis zu 700 Kilo schwer werden, sinkt hinter ihnen der graubraune Koloss wie in Zeitlupe auf den Boden des Bassins. Mit ihren kurzen Vorderflossen bugsiert die Seekuh einen Salatkopf vor die faltige Schnauze und verspeist ihn mit drei Bissen. Selten ist Biounterricht so anschaulich! Und so eine Herausforderung! Die Seekuhspezialisten müssen laut sprechen, denn im Dickhäuterhaus ist was los: Spatzen zwitschern durch Palmen, Futtereimer scheppern, Wasser prasselt. Ein Pfleger duscht gerade Elefantenkuh Pori mit dem Schlauch ab.

Safari statt Schulbank

Die Gymnasiasten sind heute Gäste der Tierparkschule. Das ist eines von vielen Angeboten des Tierparks Berlin für junge Besucher. Für eine Projektwoche können Schulklassen der Jahrgangsstufen 5 bis 7 den Unterricht in den Tierpark verlegen. Mehrere Tage erforschen die Jungen und Mädchen auf spielerische Weise exotische Tiere von „A“ wie Asiatischer Elefant bis „Z“ wie Zebra. Wer welches Tier erforscht, wird ausgelost. Das neu erworbene Wissen nutzen die jungen „Tierexperten“, um Informationsplakate über ihr Tier zu erstellen. Das fertige Poster mit Fotos, Zeichnungen, Landkarten und Kurztexten sieht aus wie eine jener Tafeln, die den Tierparkbesuchern am Gehege erklären, welche Tiere sie gerade betrachten – nur viel bunter.

Wenn Kinder Tiere beobachten, kommen sie ganz allein auf wichtige Fragen. Das ist etwas anderes als darüber nur in einem Buch zu lesen.

Kinder führen die Tierparkbesucher

Arthur (12) hat als „Kreativdirektor“ der Zebra- Gruppe ein Comic-Zebra auf das Poster gemalt. Sogar die Überschrift ist schwarzweiß gestreift wie das Fell des Tieres. Als Arthur, Alex und Erik ihren Vortrag vor dem Gehege der Hartmann-Bergzebras halten, traben die Tiere heran, so als wollten sie dem Vortrag folgen. Auch Tierparkbesucher bleiben neugierig stehen und hören zu. „Am Ende der Projektwoche präsentieren die Kinder ihr Wissen vor den Eltern und anderen Tierparkbesuchern – wie kleine Guides“, erklärt Ulrike Barnett: „Da sind sie immer unglaublich stolz.“
Lotta beschäftigt sich mit dem Rothandtamarin, einem Krallenaffen. „Den kannte ich vorher gar nicht“, gesteht die 11-Jährige, „aber sie sind sehr süß und interessant.“ Zur Vorbereitung ihres Referats hat Lotta die Tamarine beobachtet: „Sie sind die ganze Zeit rumgeklettert und haben sich gegenseitig gekrault.“ Grauer Schulstoff wird im Tierpark zur bunten Safari. „Wenn die Kinder sehen, wie sich ein Tier verhält, kommen sie von allein auf viele Fragen“, erklärt Ulrike Barnett. Die 31-jährige Biologin leitet die Schulen im Zoo und im Tierpark.

Ferienspaß für Mieterkinder

HOWOGE Forscherkids
Die Tierexperten präsentieren ihr in der Tierparkschule erworbenes Wissen gleich bei einer Führung durch den Tierpark

Arthur (12) hat als „Kreativdirektor“ der Zebra- Gruppe ein Comic-Zebra auf das Poster gemalt. Sogar die Überschrift ist schwarzweiß gestreift wie das Fell des Tieres. Als Arthur, Alex und Erik ihren Vortrag vor dem Gehege der Hartmann-Bergzebras halten, traben die Tiere heran, so als wollten sie dem Vortrag folgen. Auch Tierparkbesucher bleiben neugierig stehen und hören zu. „Am Ende der Projektwoche präsentieren die Kinder ihr Wissen vor den Eltern und anderen Tierparkbesuchern – wie kleine Guides“, erklärt Ulrike Barnett: „Da sind sie immer unglaublich stolz.“ Lotta beschäftigt sich mit dem Rothandtamarin, einem Krallenaffen. „Den kannte ich vorher gar nicht“, gesteht die 11-Jährige, „aber sie sind sehr süß und interessant.“ Zur Vorbereitung ihres Referats hat Lotta die Tamarine beobachtet: „Sie sind die ganze Zeit rumgeklettert und haben sich gegenseitig gekrault.“ Grauer Schulstoff wird im Tierpark zur bunten Safari. „Wenn die Kinder sehen, wie sich ein Tier verhält, kommen sie von allein auf viele Fragen“, erklärt Ulrike Barnett. Die 31-jährige Biologin leitet die Schulen im Zoo und im Tierpark.


Tiere schützen, Armut bekämpfen

Die Rothschildgiraffen sind eine der größten Attraktionen des Tierparks Berlin. Dabei machen die Tiere gleichzeitig Werbung für ein ganz besonderes Artenschutzprogramm.

HOWOGE Florian Sicks vom Tierpark Berlin
Florian Sicks (37), Säugetierkurator im Tierpark Berlin

Ein paar Schritte nach rechts stolzieren, dann nach links, stehen bleiben und fressen. Dann aus fünf Metern Höhe ein scheuer Blick auf die Menschenmenge – und weiterkauen. „Ja, genau das machen sie den ganzen Tag“, erzählt Florian Sicks. Der 37-jährige Biologe arbeitet im Tierpark Berlin als Kurator für Säugetiere und ist damit auch für das Wohlergehen der sieben Rothschildgiraffen zuständig. Vielleicht ist es die Ruhe der sechs Damen, die bei den Besuchern so gut ankommt. Der Biologe freut sich über das Interesse – vor allem zu den kommentierten Fütterungen. Die nutzt der Tierpark, um auf sein Artenschutzprogramm aufmerksam zu machen. Weltweit sind ein Viertel aller Säugetiere bedroht. Auch die Giraffenbestände sinken stetig. Während seine Schützlinge ungestört fressen, erzählt Florian Sicks, wie in Afrika die Giraffen von Wilderern erlegt werden: „Vor allem in armen, politisch instabilen Ländern dient das Fleisch als Nahrungsquelle.“ In Uganda sind die Tiere nur noch in den von Rangern bewachten Gebieten sicher. Zum Beispiel im Kidepo-Valley-Nationalpark im Nordosten des Landes, wo 30 Rothschildgiraffen leben. Für den Erhalt dieser Art sorgt der Tierpark durch seine Teilnahme am europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Im Notfall dient der europäische Bestand als „Versicherung“ – als Reservepopulation, die gezielt vermehrt und gegebenenfalls ausgewildert werden könnte. Damit es gar nicht soweit kommt, unterstützt der Park „Care für Karamoja“: Das Naturschutzprojekt kämpft gegen die Wilderei, indem es Ranger besser ausrüstet und das Umweltbewusstsein der Bevölkerung stärkt. Dazu finanziert das Projekt Schulausflüge in den Nationalpark. Ein weiteres Ziel: die wirtschaftliche Lage der Menschen verbessern, etwa mit dem Bau von Straußenfarmen. „Armutsbekämpfung ist ein wichtiger Teil des modernen Artenschutzes“, sagt Florian Sicks, „die Menschen vor Ort müssen spüren, dass der Erhalt der Giraffen auch einen Nutzen für sie hat, etwa weil Touristen oder Forscher Geld ins Land bringen.“ Die Berliner Giraffen sind Botschafter ihrer Artgenossen in Afrika. Deshalb soll es zusätzlich zur Fütterung demnächst eine Spendenbox neben dem Gehege geben. Florian Sicks ist zuversichtlich, dass die Besucher etwas hineinstecken: „Vor Kurzem hat eine Besucherin 1.000 Euro für den Schutz der Giraffen gespendet – inspiriert von unseren Tieren.“

Info

HOWOGE ermöglicht Tierparkschule

Seit 2005 unterstützt die HOWOGE den Tierpark Berlin und ermöglicht unter anderem Schulführungen und Kindergeburtstage der Tierparkschule. Jedes Jahr entdecken so rund 15.000 Kinder und Erwachsene die Welt der Tiere. 2016 waren über 7.000 Schüler in der Tierparkschule zu Gast. Die meisten aus den Berliner Stadtteilen Lichtenberg, Köpenick und Friedrichshain:

www.tierpark-berlin.de

HOWOGE Tierparkschule Alexander
Angebotsübersicht

Forscherwoche für Mieterkinder

Das HOWOGE-Sommerferienangebot: Fünf Tage lang entdecken Mieterkinder zwischen 9 und 12 Jahren den Tierpark Berlin. Die 10 Plätze werden nach Eingang der Anmeldungen vergeben. Die Teilnahme inkl. Mittagessen ist kostenlos.

24. bis 28. Juli oder 31. Juli bis 4. August, jeweils 9 – 15 Uhr

www.howoge.de/forscherkids

Tierpark Berlin für Kinder

Kindergeburtstag:
Gruppenführung inkl. Tierfütterung. 60 Euro zzgl. Eintrittspreise.

Ferienprogramm:
Thementage für Kinder von 8 bis 12 Jahren in den Berliner Schulferien. Betreuung von 9 – 13.30 Uhr. 20 Euro/Kind.

Jugendklub:
Junge Tierexperten zwischen 8 und 12 treffen sich im Zwei-Wochen- Rhythmus. Derzeit ausgebucht, neuer Klub ab August 2017.

HOWOGE als Tierpatin

Schnell hat sich ein Tier ins Herz geschlichen. So ist es auch der HOWOGE ergangen: Sie übernahm die Patenschaft für die Herde der Rothschildgiraffen in Friedrichsfelde. Damit unterstützt das Unternehmen indirekt auch das Artenschutzprogramm des Tierparks Berlin.

HOWOGE als Tierpatin: Rothschildgiraffe