Kiezgeschichten

Das große Ziel: natürlich Olympia!
Jun 2015

Das große Ziel: natürlich Olympia!

Maria Rappel überwindet gerne Hürden. Seit September trainiert die 13-Jährige am Sportinternat in Potsdam. Begonnen hat ihre beachtliche Laufbahn in Panketal.

Maria hat in ihrem Kinderzimmer gleich vier Gardinenstangen: eine für die Vorhänge, drei für die Medaillen. 140 Stück hat die erst 13-jährige Leichtathletin schon gewonnen. Fein säuberlich hängen sie an der „Sportwand“ aufgereiht. Auf einem Bord glänzen Pokale. Dazwischen hat Vater Marcel Fiedler (42) die Startnummern genagelt. Auch „Barni“ hat hier Platz. Den Stofffuchs gab es als Belohnung vom Kreissportbund Barnim, als Maria in den T-Kader aufgenommen wurde. Das „T“ steht für Talent. Seit September geht die Nachwuchssportlerin aus Buch auf das Sportinternat Potsdam. Das bedeutet: täglich zweimal zwei Stunden Training, die erste Einheit beginnt um 7.30 Uhr. Ab 9.30 Uhr folgt dann der Unterricht: Mathe, Deutsch, Englisch. Marias neues Lieblingsfach ist Französisch. „Da haben wir wieder ganz neu angefangen“, erzählt sie begeistert. Maria liebt Herausforderungen. „Es ist toll, nicht mehr nur Deutsch und Englisch zu sprechen wie an der Grundschule.“ Das Lernen fällt Maria so leicht wie das Laufen. „Sie hatte schon immer Hummeln im Hintern“, erzählt ihre Mutter Anja Rappel (41). „Wir konnten sie kaum im Haus halten. Also haben wir uns für Leichtathletik entschieden.“ 2009 wurde Maria Mitglied bei der SG Empor Niederbarnim. Das Vereinsgelände in Panketal ist nicht weit von Marias Heimatort Buch entfernt. Gleich beim ersten Wettkampf räumte Maria ab. Sie wurde Erste in drei Disziplinen: Weitsprung, Sprint und 400-Meter-Lauf. Inzwischen kommt das Naturtalent auf elf brandenburgische Landesmeistertitel.

Bei Hürden passiert was. Da muss nicht nur die
Lauftechnik stimmen, sondern auch die Technik
beim Überwinden der Hürden.

Trotz des Wechsels nach Potsdam startet Maria noch für die SG Niederbarnim. Ihr Betreuer ist dann ihr bisheriger „Heimtrainer“ Lutz Sachse. Der 54-Jährige ist gleichzeitig Vereinsvorsitzender. „Maria traue ich eine ganze Menge zu“, sagt Sachse. Schon einige seiner Schützlinge haben den Sprung nach Potsdam geschafft. „Wir bieten viermal in der Woche Training an“, sagt Sachse. „Das ist für einen Verein schon eine ganze Menge.“ An Leistungssport hat Marias Mutter bei der Anmeldung trotzdem nicht gedacht. Als Maria auf die Sportschule wollte, waren ihre Eltern skeptisch. „Wir haben uns schon überlegt, ob wir das Richtige machen“, sagt Anja Rappel. „Aber letztlich haben wir Maria die Wahl überlassen. Sie hat ein großes Ziel, und das will sie erreichen.“ Im Berliner Olympiastadion hat Maria ihrer Mutter erstmals davon erzählt. Im August 2009 sah die Familie, wie Usain Bolt den Weltrekord über 100 Meter aufstellte. „Irgendwann laufe ich auch da unten“, verkündete Maria. Die nächste Etappe auf diesem Weg: die Deutschen Meisterschaften in Leichtathletik für die Altersgruppe U16. „Und als großes Ziel natürlich Olympia“, sagt Maria, ohne zu zögern. Die Disziplin ist noch offen. „Mit 13 weiß man noch gar nicht, wo die Entwicklung hingeht“, erklärt Maria. Derzeit lernt sie Stabhochsprung. Und wenn es mühsam wird, dreht die ehrgeizige Sportlerin erst richtig auf. Deswegen liebt sie den Hürdenlauf. „Bei Hürden passiert was“, sagt Maria. „Da muss nicht nur die Lauftechnik stimmen, sondern auch die Technik beim Überwinden der Hürden.“ Sieht so aus, als ob noch ein paar Medaillen auf die Gardinenstange kommen könnten.

Maria Rappel mit Turnschuhen
Maria trainiert in Potsdam, startet aber für die SG Empor Niederbarnim

SG Empor Niederbarnim e.V.

Die SG Empor Niederbarnim hat schon einige Leichtathletik-Talente hervorgebracht. Aber auch der Breitensport kommt nicht zu kurz. Neben Frauensport-Angeboten organisiert die Sportgemeinschaft auch Volksläufe. Am 14. Juni um 10 Uhr startet zum Beispiel der Zepernick-Lauf.

www.sg-niederbarnim.de