Atelier Starzak Strebicki - Stadtplanungs- und Architekturbüro

Stadtplanungs- / Architekturbüro: 
Atelier Starzak Strebicki GbR, Poznan / Posen
Barbara Nila, Jolanta Starzak, Dawid Strebicki, Magdalena Talarczyk, Barbara Tamborska, Julia Wladysiak, Flor Marin Zamora ​​​​
www.starzakstrebicki.eu

Landschaftsarchitekturbüro: 
Krzysztof Groszyk Pracownia Architektury Krajobrazu, Warszawa / Warschau
Katarzyna Dorda, Marta Tomasiak
www.groszyk.com.pl

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Erläuterungsbericht zum Wettbewerbsbeitrag

Das vorliegende Projekt ist nicht als konkreter Entwurf zu lesen, sondern als Strategie: jedes Element und jede Entscheidung auf dem Weg zum neuen Stadtteil muss in einer realen Situation reproduzierbar sein, sich aber auch an einen spezifischen Kontext und konkrete Bedürfnisse anpassen können und eine schrittweise Entwicklung sowie sich ändernde Nutzungen zulassen.

Der neue Stadtteil funktioniert autonom, nimmt aber als Frischluftschneise und Teil eines NMIV-Netzes auch Aufgaben in einem größeren Kontext wahr.

Die Baublöcke können sich mit ihrer einfachen und wiedererkennbaren Geometrie in einem heterogenen Kontext selbstbewusst behaupten. Der Innenhof ist geschützt, aber durchlässig. Im Erdgeschoss ermöglichen größere Raumhöhen und eine modulare Struktur eine flexible Nutzung. Für großmaßstäblichere Nutzungen wird die Erdgeschosszone der Innenhöfe unter einem Gründach einbezogen. In großzügigen Räumen bieten die Obergeschosse neben der Wohnnutzung die Möglichkeit einer Kombination mit kleineren Büros. Auf Gründächern ist Platz für Gemeinschaftsnutzungen. Jeweils vier bis sechs Blöcke formen ein Quartier.

Die Straßenräume sind mäandernde Raumsequenzen, die sich von Block zu Block verändern und jeweils einen eigenen Charakter entwickeln. Die vielfältigen Raumfolgen in Kombination mit den Mischnutzungen im Erdgeschoss formen die Basis für einen lebenswerten Stadtraum. Im Kern eines jeden Quartiers befindet sich ein intimer Quartiersplatz. Der zentrale Platz zwischen den drei Quartieren ist über eine Fußgängerachse an die S-Bahnstation angebunden und öffnet sich in den angrenzenden Grünraum.

Ein großzügiger, durchgängiger Grünraum, begleitet durch Fußwege und eine in die Landschaft eingebettete Fahrradtrasse, verbindet Stadt und Land und verzahnt sich mit dem neuen Stadtteil. Eine Vielfalt von öffentlichen und privaten Grünkörpern und Wasserflächen zwischen, an und auf Gebäuden dient zur Kontrolle des Mikroklimas, zur Nutzung durch die Bewohner und zur Bewusstmachung von Umweltaspekten. Diese grünen Klimapuffer verhindern Hitzeinseln, halten Regenwasser zurück und bieten Lebensraum für lokale Flora und Fauna.

Über eine offene Wasserführung wird Regenwasser einem Rückhaltesystem zugeführt, in Teichen genutzt und in Regengärten und Sickergruben infiltriert. Grauwasser wird zur Bewässerung der Stadtvegetation geklärt, Schwarzwasser für die Energieproduktion genutzt. Über Solarkollektoren und ein thermisches Energiespeichersystem werden die Gebäude geheizt und gekühlt. Orientierung und gestaffelte Gebäudehöhen ermöglichen eine optimale Ausnutzung des Sonnenlichts auf und an Gebäuden.

Der Stadtteil bietet großzügige, dem NMIV vorbehaltene Straßenräume, die nur im Notfall motorisiert befahren werden. Drei Mobilitätszentren mit Parkhaus und verschiedenen Mobilitätsangeboten sind jeweils an den Rändern des Stadtteils platziert. Fahrradstellplätze mit Ladestationen stehen zusätzlich in allen Blöcken, im öffentlichen Raum und an der S-Bahnstation zur Verfügung.