Mein Berlin Grüner wohnen

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Strom vom eigenen Dach, sprudelndes Trinkwasser auf Knopfdruck und strategisch bepflanzte Höfe: Der neue Wohnstandard der HOWOGE ist nicht nur gut fürs Klima, sondern auch für die Menschen. Sie sparen dreifach: Energie, CO₂ und Geld.

Ismail Sögüt hat es gut. Als sein Umfeld begann, sich wegen der steigenden Energiekosten zu sorgen, lehnte sich der 25-Jährige beruhigt zurück. Sein Strompreis ist seit seinem Einzug stabil, er bezahlt sogar weniger als andere. Und – das Beste, wie Ismail Sögüt findet – er nutzt nur Energie, die umweltfreundlich produziert wird. Gleich nebenan, im Keller des Nachbarhauses, steht ein kleines HOWOGE-eigenes Blockheizkraftwerk. Es versorgt den Lichtenberger Kiez Lindenhof mit Strom, Heizungswärme und warmem Wasser. „Der Mieterstrom macht mich ein Stück weit unabhängiger von den aktuellen Entwicklungen“, sagt Ismail Sögüt, der Energie- und Prozesstechnik studiert. „Außerdem hat man im Studium ja nicht so viel Geld. Da kommt mir der Preis entgegen.“

So wie der junge Student profitieren derzeit rund 2.500 weitere HOWOGE-Haushalte von dieser Art Stromvertrag, Tendenz steigend. Der Grünstrom, wie der CO₂-freie Mieterstrom der HOWOGE Wärme GmbH heißt, gehört in Neubauten längst zum Standard. Er ist ein wichtiger Baustein der Strategie, klimagerechtes Wohnen zu ermöglichen, ohne auf sozialverträgliche Mieten verzichten zu müssen. Weitere Bausteine: Lösungen für Lüftung, Wärme, Kühlung und Wasser, die Energie und CO₂ sparen.

   

Abbildung: HOWOGE-Mitarbeiter Maximilian Gringmuth auf einem Dach an der Hermann-Dorner-Allee: Dort betreibt die HOWOGE ihre bislang größte Photovoltaik-Anlage.

Unsere Lösungen

Bild –

HOWOGE-Kiez
Adlershof

Lösung
Photovoltaik-Anlage

Klimaeffekt
Versorgt Mieter:innen im Kiez mit CO₂-freiem Strom vom eigenen Dach

Bild –

HOWOGE-Kiez
Lichtenberg

Lösung
Trinkwasserspender

Klimaeffekt
Vermeidet Herstellung und Transport von Mineralwasserflaschen aus Plastik

Bild –

HOWOGE-Kiez
Lichtenberg

Lösung
Windräder (in Planung)

Klimaeffekt
Könnten kontinuierlich Grünstrom produzieren und bräuchten weniger Fläche als eine Photovoltaik- Anlage

Bild –

HOWOGE-Kiez
Friedrichsfelde

Lösung
Klimagerechte Sanierung

Klimaeffekt
Dämmung und Installationen sparen Heizenergie, die Photovoltaik-Anlage produziert CO₂-freien Strom

Pflanzen als Klimaanlage

Wie klimagerechtes Wohnen aussehen kann, lässt sich unter anderem an der Hermann-Dorner-Allee besichtigen. Dass zwischen den Häusern in Adlershof etliche Bäume und Büsche wachsen und der Regen in grünen Mulden versickert, ist kein Zufall. „Durch die Pflanzen verdunstet mehr Wasser. Das kühlt die Umgebungsluft“, erklärt Martin Püschel, Referent für Kooperation und Neubau bei der HOWOGE. „Dadurch heizt sich die Umgebung der Wohnungen im Sommer nicht so auf.“

Von den grünen Innenhöfen aus nicht gleich zu entdecken ist das Herz des Quartiers: die 3.600 Quadratmeter Solarpaneele auf den Dächern. Zusammen ergeben sie die bislang größte Photovoltaik-Anlage der HOWOGE. Sie sammelt Sonnenenergie, wandelt sie in elektrische Energie um und speist diese als Grünstrom ins nachbarschaftliche Stromnetz ein. 27 solcher Anlagen betreibt die HOWOGE in ihren Kiezen. Auch ältere Gebäude werden damit nachgerüstet. Im vergangenen Jahr produzierten die Anlagen insgesamt rund 711 Megawattstunden Grünstrom. Immerhin so viel wie 280 Haushalte jährlich im Schnitt verbrauchen. Im gleichen Zeitraum wurden so außerdem rund 322 Tonnen CO₂ vermieden.

Energie spart in dem Quartier auch die zentrale Wohnraumbelüftung. „Damit muss man die Fenster nicht mehr öffnen“, sagt Martin Püschel. „Das mag ungewohnt sein, aber es funktioniert und trägt zur guten Energiebilanz bei.“ Warum? Wer die Fenster öffnet, lässt Wärme hinaus – und muss die gesunkene Raumtemperatur durch stärkeres Heizen wieder ausgleichen. Das fällt mit dem Belüftungssystem weg. Ebenso klimaschonend wird das warme Wasser erwärmt. Wenn die Mieter:innen den Hahn aufdrehen, heizt das Wasser erst in dem Moment auf – das spart ein Drittel der sonst üblichen Energie.

Windkraft im Gegenwind

Diese Lösungen sind auch im Wohnturm „Liese“ am Bahnhof Lichtenberg Standard. Mehr noch: Das weithin sichtbare Hochhaus wird noch effizienter betrieben und verbraucht nur knapp die Hälfte der Energie, die nach dem Gesetz zulässig wäre. Aber es ragt nicht nur deshalb – und wegen seiner 64 Meter – aus der Stadtlandschaft heraus: Auf dem Dach will die HOWOGE vier Windkraftanlagen installieren. Es wären die ersten ihrer Art in Berlin. Die mit rund 20 Metern vergleichsweise noch kleinen Windräder könnten bis zu 100 Mieterhaushalte mit Strom versorgen“, sagt Timo Péli, als Projektleiter Neubau für die „Liese“ zuständig.

Die Fundamente stehen schon. Aber: Nicht jedem gefällt die Vorstellung von Windrädern in der Innenstadt. Die Baugenehmigung wurde noch nicht erteilt. Die HOWOGE hält den Bau nach wie vor städtebaulich für verträglich, gestützt wird dies von mehreren Gutachten. „Wir halten es für das Gebot der Stunde, mit den Anlagen einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten – und auch die Wohnkosten deckeln zu können, indem wir unseren Mieter:innen günstigere Energie anbieten, die direkt vor Ort produziert wird“, sagt Timo Péli.

Während auf dem Dach das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, findet sich im Foyer bereits ein weiteres klimaschonendes Angebot: Dort können Mieter:innen in Kürze – wie schon im Quartier Seefelder Straße – auf Knopfdruck gekühltes und günstiges Trinkwasser zapfen, wer will, sogar mit Kohlensäure. Abgerechnet wird über einen Chip nach Menge pro Monat. Für die Mieter:innen heißt das: Sie müssen keine Flaschen und Pfandkästen mehr schleppen und lagern. Dass diese nicht mehr hergestellt, befüllt und transportiert werden müssen, hilft wiederum der Umwelt.

    

Abbildung: Timo Péli auf einem der vier Fundamente für die Windkraft anlagen der „Liese“. Die Fundamente messen drei mal drei Meter und sind ein Meter hoch.

Der Mieterstrom macht mich ein Stück weit unabhängiger von den aktuellen Entwicklungen.

Ismail Sögüt | Student, Mieter im Lindenhof

Saniert für Mieter:innen und Klima

Ähnlich klimafreundlich wie das moderne Hochhaus sind bis jetzt vor allem andere Neubauten der HOWOGE. Aber wie sieht es mit den älteren Häusern aus? Sie werden nach und nach energetisch saniert. Wie zum Beispiel aktuell der Elfgeschosser in der Friedrichsfelder Rhinstraße 129–135. Im Gebäude von 1976 werden bis voraussichtlich Sommer nächsten Jahres unter anderem Fassaden und Kellerdecken gedämmt, Fenster mit Wärmeschutzverglasung eingebaut sowie LED und Bewegungsmelder installiert. Auf das Dach kommen selbstverständlich Solarpaneele für eine Grünstrom-Anlage.

Der Clou allerdings soll an der Südwand angebracht werden: Die neue Fassadenbekleidung enthält integrierte Photovoltaik-Module. Wie ihre Schwestern auf dem Dach sammeln diese Module Sonnenenergie – sind aber nicht glänzend schwarz, sondern hell wie die Häuserwand und damit quasi unsichtbar. „Da haben sich Architektur und Geschmack ausnahmsweise einmal gegen die Effizienz durchgesetzt“, so die zuständige Projektleiterin. Denn schön soll es ja auch sein, so ein klimagerechtes Zuhause.

   

Abbildung: So soll sie aussehen: die neue Fassadenbekleidung in der Rhinstraße 129 – mit integrierten Photovoltaik-Modulen und die Wand vor der Sanierung.
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