Was ist ein WBS?

  • Bescheinigung für Haushalte, deren Einkommen unter der Berliner Einkommensgrenze liegt (§ 5 Wohnungsbindungsgesetz und § 27 Abs. 3 bis 5 Wohnraumförderungsgesetz)
  • berechtigt zum Bezug einer öffentlich geförderten Wohnung
  • ist ein Jahr gültig

Wo beantrage ich einen WBS für eine Neubauwohnung?

  • bei Ihrem Bezirks- bzw. Wohnungsamt rechtzeitig vor der Wohnungssuche, da die Bearbeitungszeit in der Regel 6 Wochen beträgt (Antragsteller, die Ihren Wohnsitz außerhalb Berlins haben, sind bei der Wahl eines Bezirks- bzw. Wohnungsamtes frei)
  • Formulare sind auch online abrufbar:
    http://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/wbs/index.shtml

Wann erhalte ich einen WBS?

  • wenn das Haushaltsnettoeinkommen unterhalb der Berliner Einkommensgrenze (nach dem Wohnraumversorgungsgesetz) liegt
  Berliner Einkommensgrenzen
in € jährlich
Einpersonenhaushalt 16.800 €
Zweipersonenhaushalt 25.200 €
zuzüglich für jede weitere zum Haushalt rechnende Person 5.740 €
Zuschlag für jedes zum Haushalt gehörende Kind 700 €

Wie berechne ich mein Haushaltsnettoeinkommen?

  • alle steuerpflichtigen Einkünfte der letzten 12 Monate (ohne das gesetzliche Kindergeld)
  • abzüglich der Pauschalbeträge für Werbungskosten (z. B. Arbeitnehmerpauschbetrag von 1000,00 €)
  • abzüglich weiterer jeweils 10% (max. jedoch 30 %) des Zwischenergebnisses für

    • Steuern vom Einkommen
    • Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Krankenkasse
    • Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.

  • abzüglich weiterer Freibeträge für:

    • jedes Kind unter 12 Jahren bei Alleinerziehenden, die einer (nicht nur kurzzeitig am Tag) Erwerbstätigkeit oder Ausbildung nachgehen: 600,00 €
    • ein zum Haushalt zählendes Kind zwischen 16 und 24, welches ein eigenes Einkommen hat: 600,00 €
    • Schwerbehinderte bei einem Behinderungsgrad von 100% oder bei einem Behinderungsgrad von mindesten 80%, wenn eine Bedürftigkeit der häuslichen Pflege vorliegt: 4.500,00 €
    • Schwerbehinderte mit einem Behinderungsgrad von unter 80% und die Bedürftigkeit der häuslichen Pflege vorliegt: 2.100,00 €
    • junge Ehepaare (beide unter 40) innerhalb von 5 Kalenderjahren nach der Eheschließung: 4.000,00 €
    • Aufwendungen zur Erfüllung gesetzlicher Unterhaltspflichten (ggf. Höchstgrenzen)

Welche Wohnungsgröße steht mir zu?

  • Faustregel: Ein Wohnraum pro Person!
  • Die Wohnungsgröße wird auf dem WBS ausgewiesen.
  • z.B.: Alleinstehend: Einraumwohnung; Ehepaar mit zwei Kindern: maximal 4 Wohnräume
  • zusätzlicher Wohnraum, wenn:

    • der Mieter eine Betreuungsperson in seiner Wohnung braucht, um die Aufnahme in ein Pflegeheim zu vermeiden
    • die Existenz des Mieters von dem Beruf abhängt, den er in der Wohnung ausübt
    • die erneute Wohnungssuche jungen kinderlosen Paaren erspart werden soll, wenn Nachwuchs in Planung ist
    • die bisherige Wohnung den Mietern zwar zu groß ist, die Mieter aber nur umziehen wollen, wenn auch die neue Wohnung größer ist, als laut WBS genehmigt und zeitgleich viele Familien große Wohnungen suchen, wie die freiwerdende Wohnung der Mieter. Dann kann auch hier eine Ausnahme bei der Zuerkennung des Wohnraums gemacht werden. Hierbei ist wichtig, dass die bisherige Wohnung des Mieters dem Wohnungsmarkt uneingeschränkt zur Verfügung stehen muss und daher nicht zum Abriss, für Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen oder zur Umwandlung in Wohnungseigentum vorgesehen sein darf.

Was ist „besonderer Wohnbedarf“?

Ein „besonderer Wohnbedarf“ wird auf dem WBS vermerkt und soll diesen Wohnungssuchenden helfen, vorrangig eine WBS-Wohnung zu erhalten. Zur Anerkennung des besonderen Wohnbedarfs muss man mindestens ein Jahr mit Hauptsitz in Berlin gemeldet sein und diesen beim Bezirksamt beantragen.

Kriterien für besonderen Wohnbedarf

  • Alleinstehende, Familien und Lebensgemeinschaften mit Kind/ern (Als Kind gilt auch, wenn eine Schwangerschaft (ab der 14. Woche) vorliegt und ärztlich nachgewiesen werden kann.) in räumlich unzureichenden Wohnverhältnissen (wenn

    • eine Wohnung für zwei Personen nicht mind. 45 m² hat
    • eine Wohnung für drei Personen nicht mind. 55 m² hat
    • eine Wohnung für vier Personen nicht mind. 65 m² hat
    • eine Wohnung für fünf Personen nicht mind. 75 m² hat
    • eine Wohnung für sechs oder mehr Personen nicht mind. 85 m² hat),

    ohne eigene Wohnung bzw. bei erheblichen Mietsteigerungen der bisherigen Wohnung (wenn sich die tatsächlich verlangte Nettokaltmiete um mehr als 15% erhöht und zeitgleich mind. 5,50€/m² beträgt)

  • Ältere Personen (bis 65 Jahre); dazu zählen Alleinstehende, Eheleute und Lebensgemeinschaften

    • bei Aufgabe einer unterbelegten Mietwohnung (also Wohnraumzahl > Personenzahl)
    • ohne eigene Wohnung
    • bei erheblichen Mietsteigerungen der bisherigen Wohnung (s. 1))

  • Personen, die eine Schwerbehinderung (50% und mehr) nachweisen können, deren derzeitige Wohnung für sie objektiv ungeeignet ist und die einer anderen oder einen eigenen Wohnung bedürfen.
  • Alleinstehende psychisch Kranke ohne eine eigene Wohnung, die nach der Entlassung aus der Klinik nicht selbstständig in der Lage sind, sich mit eigenem Wohnraum zu versorgen.
  • Personen, die bereits einen WBS haben und während der Geltungsdauer zur Freimachung ihrer Wohnung verpflichtet sind. Freimachungsgründe sind:

    • Maßnahmen der Gewerbe- und Industrieansiedlung
    • Öffentliche Hoch- und Tiefbau, sowie Garten- und Landschaftsbaumaßnahmen
    • anerkannte Stadterneuerungs- und Modernisierungsmaßnahmen

  • Personen ohne eigenen Wohnsitz in Berlin

    • Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung
    • Anspruchsberechtigte nach dem Häftlingshilfegesetz
    • Entlassene aus der Freiheitsentziehung
    • Geflüchtete mit Aufenthaltsrecht (mind. noch für ein Jahr)
    • Personen, die in Hilfsunterkünften leben (z.B. Frauenhäuser)

  • Personen, die ihre Wohnung aus folgenden Gründen räumen müssen:

    • nach Vorlage eines gerichtlichen Räumungstitels
    • wegen eines Benutzungsverbotes
    • wenn ein Mietverhältnis aufgrund eines Arbeitsverhältnisses endet (dieses muss mind. ein Jahr bestanden haben)
    • wenn ein Hauswart-Dienstvertrag aufgrund des Renteneintritts oder aus gesundheitlichen Gründen gekündigt worden ist
    • wenn Hinterbliebene von Dienst- oder Werkswohnungsinhabern eine Verpflichtung zur Aufgabe der Wohnung haben
    • getrennt lebende Ehepaare mit Kind/ern

      • die Wohnung steht dem anderen Ehegatten aufgrund einer Zweckbestimmung zu
      • nach Stellungnahme des Jugendamtes ein Verbleiben des Wohnungssuchenden mit Kind unzumutbar ist

    • Personen, die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende oder Leistungen der Sozialhilfe empfangen und eine Aufforderung zum Umzug in eine angemessene Wohnung der zuständigen Stelle vorliegt.

    Quelle: www.stadtentwicklung.berlin.de, www.berliner-mieterverein.de