Aufgabenstellung/Verfahren

Luftbildaufnahme des Baugebietes Am Campus II

Grundstück

Adlershof, Bezirk Treptow-Köpenick
Hermann-Dorner-Allee / Karl-Ziegler-Straße
12489 Berlin

Allgemeine Daten zum Wettbewerb

Jurytermin: 22.02.2016
Verfahren: Wettbewerbsbekanntmachung
Zulassungsbereich: EU / EWR
Sprache: DE
Art des Wettbewerbs: nichtoffener Ideenwettbewerb nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2013)
Teilnehmerzahl: 12


Wohnen am Campus II Lageplan
Lageplan
Foto der Jurysitzung zum Wettbewerb Wohnen am Campus II
Jurysitzung
Jury zum Wettbewerb Wohnen am Campus II
Wettbewerbsjury
Wertungsrundgang zum Wettbewerb Wohnen am Campus II
Wertungsrundgang

Anlass und Ziel

Gegenstand des Wettbewerbs ist die Planung eines neuen Wohnquartiers im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick, innerhalb des städtebaulichen Entwicklungsbereiches Johannisthal/Adlershof. Das Grundstück an der Ecke Hermann-Dorner-Allee und Karl-Ziegler-Straße befindet sich im Kernbereich des Wissenschaftsstandortes und arrondiert das in Realisierung befindliche Wohngebiet „Wohnen am Campus“ zwischen dem Campus der Humboldt-Universität, dem Landschaftspark Johannisthal und Gewerbe- und Sondergebietsflächen des Technologiestandortes.

Das Bearbeitungsgebiet eignet sich gut für die Schaffung von attraktiven Wohnbauflächen mit ggfs. ergänzenden Versorgungseinrichtungen und trägt so der städtebaulichen Idee eines durchmischten und vielfältigen Stadtteils außerhalb des S-Bahnrings mit einer besonderen Prägung als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Rechnung.

Um dem hohen Anspruch an die übergeordnete stadtgestalterische Struktur der Gesamtentwicklung Adlershof im Hinblick auf die städtebauliche, wohnungswirtschaftliche und architektonische Qualität gerecht zu werden, und gleichzeitig mit geeigneten (städte-)baulichen Maßnahmen auf die vorhandene und prognostizierte Immissionssituation zu reagieren, wird angestrebt, in das Konzept auch innovative Experimentalbauten zu integrieren. Diese sollen mit Sonderwohnformen (z.B. Plätze für altengerechtes, betreutes oder studentisches Wohnen) belegt werden. Die Darstellung von Systemgrundrissen soll Aufschluss über funktionale, wirtschaftliche und unter den Gesichtspunkten des Immissionsschutzes sinnvolle Wohnungstypologien für einen an unterschiedliche Zielgruppen gerichteten Wohnungsbau ge­ben.

Auf der Grundlage des im Wettbewerbsverfahren entwickelten städtebaulichen Entwurfs soll mit dem in Erarbeitung befindlichen Bebauungsplan XV-55a-1-2 das Baurecht für den zukünftigen Wohnungsneubau geschaffen werden.


Standort

Die kleinräumige Lage zwischen dem Landschaftspark Johan­nisthal auf der einen, und dem wachsenden Unterzentrum entlang der Rudower Chaussee auf der anderen Seite, birgt das Potenzial für ein attraktives Wohnquartier mit hoher Freiraumqualität.

Das rund 2,7 ha große Wettbewerbsgebiet liegt zwischen der Hermann-Dorner-Allee und der Karl-Ziegler-Straße und hat einen nahezu dreieckigen Zuschnitt. Es wird durch den Fahrrad- und Fußweg Alexander-von-Humboldt-Weg in zwei Teilflächen gegliedert. Am südlichen Ende des Gebiets wurde im Bereich einer öffentlichen Grünfläche eine Tramwendeschleife in Betrieb genommen. Perspektivisch ist entlang der östlichen Grenze des Wettbewerbsgebietes die Weiterführung der Trasse der Tramlinien 60 und 61 Richtung S-Bahnhof Schöneweide vorgesehen. Parallel dazu verläuft das noch herzustellende sogenannte „Oktogon“, das in Form eines öffentlichen Grünzuges den Bereich des ehemaligen Flugfeldes nachzeichnet. Weiter östlich von Tramtrasse und Oktogon befindet sich weiterer Wohnungsneubau für das Quartier „Wohnen am Campus“ in Realisierung. Südlich der Karl-Ziegler-Straße befinden sich angrenzend Gewerbe- und Sondergebiete des Technologiestandortes Adlershof; im Nordwesten schließt der Landschaftspark an.

Die städtebauliche Struktur soll ein Höchstmaß an stadträumlicher und struktureller Verflechtung mit der Umgebung ermöglichen und zudem ein kohärentes Quartier hervorbringen: Im nordwestlichen Teil zur Hermann-Dorner-Allee und dem unmittelbar angrenzenden Landschaftspark soll eine klare Raumkante mit einer höheren Be­bauungsdichte realisiert werden. Im südlichen und östlichen Teil, entlang der Karl-Ziegler-Straße bzw. zur Tramtrasse, ist eine ge­ringere Dichte mit aufgelockerten Strukturen vorstellbar. Die geplanten Nachbarbebauungen sind bei der Entwurfsplanung zu berücksichtigen. Aufgrund der zu erwarten­den Schallimmissionen durch Verkehr und angrenzende Gewerbenutzungen ist in den betroffenen Bereichen des Planungsge­bietes durch die städtebauliche Gestaltung und die typologische Gebäudeausformung ein angemessener Schallschutz zu gewährleisten.

Die Ausloberin strebt auf dem Areal den Neubau von rund 400 Mietwohnungen und ergänzend rund 100 Wohnplätzen in innovativen Sonderwohnformen (z.B. Clusterwohnen) an.


Verfahren

Das Verfahren wurde als nichtoffener Ideenwettbewerb nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2013) durchgeführt. Dem Wettbewerb war ein offenes Teilnahmeauswahlverfahren vorgeschaltet.


Aufteilung der Preissumme

  • 1. Preis: 20.500 € 
  • 2. Preis: 15.000 €
  • 3. Preis: 10.000 € 
  • Anerkennung: 5.000 €

Preisgericht, Sachverständige, beteiligte Akteure

Fachpreisrichter/-innen

  • Prof. Regine Leibinger, Architektin, Berlin
  • Prof. Jörg Leeser, Architekt, Köln
  • Prof. Hildebrand Machleidt, Stadtplaner, Berlin
  • Prof. Arno Brandlhuber, Stadtplaner, Berlin (vertreten durch Hr. Gülink)
  • Prof. Dr. Weilacher, Landschaftsarchitekt, München

Stellvertretende Fachpreisrichter/-innen

  • Friedhelm Gülink, Architekt, Berlin
  • Christina Gresser, Architektin, Berlin

Sachpreisrichter/-innen

  • Stefanie Frensch, HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH - Geschäftsführerin
  • Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt - Staatssekretär für Bauen und Wohnen
  • Ute Hübener, Adlershof Projekt GmbH - Leiterin Vertrieb und Marketing
  • Ulrike Zeidler, Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin - Amtsleiterin Stadtentwicklung

Stellvertretende Sachpreisrichter/-innen

  • Stefan Schautes, HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH - Abteilungsleiter Neubau
  • Joachim Sichter, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt - Referatsleiter IVD Wohnungsneubau - Projektmanagement und Bauleitplanung
  • Walter Leibl, Adlershof Projekt GmbH - Geschäftsführer
  • Sabine Tillack, Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin - Fachbereichsleiterin Stadtplanung

Sachverständige

  • Jens Wadle, HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH - Leiter Development
  • Chiara Derenbach, HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH - Development
  • Sabrina Böttcher, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt - Leiterin Referat IVD, Projektleiterin Adlershof
  • Annette Rott, Projekt Adlershof GmbH - Bauleitplanung
  • Ralf Baumgärtel, Schallschutz
  • Thomas Dehmel, Brandschutz Prof. Manfred Heß, Regenwasserbewirtschaftung

Die Vorprüfung wurde durchgeführt von:

  • Dr. Lars Bölling, UmbauStadt, Architekt und Stadtplaner
  • Philipp Heiduk, UmbauStadt, Stadtplaner
  • Luise Köhler, UmbauStadt, M. Sc. Stadt- & Regionalplanung

Als weitere Akteure waren beteiligt:

  • Peter Kever, Architektenkammer Berlin

Teilnehmerauswahl

Folgende zwölf Büros bzw. Projektgemeinschaften wurden durch ein Auswahlgremium zur Teilnahme am Wettbewerb ausgewählt:

  • ARTEC Architekten (Wien) und Auböck + Kárász Landschaftsarchitekten (Wien)
  • COBE (Berlin) und MAN MADE LAND (Berlin)
  • GESAMT KONZEPT ARCHITEKTEN (Hannover) und Dröge+Kerck Landschaftsarchitekten (Hannover)
  • studioinges Architektur und Städtebau (Berlin) und Planorama Landschaftsarchitektur (Berlin)
  • BE Berlin GmbH (Berlin) und hochC Landschaftsarchitektur (Berlin)
  • Lorber Paul Architekten BDA (Köln) und scape Landschaftsarchitekten (Düsseldorf)
  • roedig . schop architekten gbr (Berlin) und plancontext gmbh (Berlin)
  • Ortner & Ortner Baukunst (Berlin) und ST raum a. GmbH (Berlin)
  • MARS ARCHITEKTEN (Berlin) und SIMA I BREER (Winterthur)
  • QUERFELD EINS Landschaft I Städtebau I Architektur (Dresden)
  • reicher haase associierte GmbH (Aachen) und Hager Partner AG (Berlin)
  • Osterwold°Schmidt EXP!ANDER Architekten (Weimar) und Studio RW (Berlin)