2. Preis - GESAMT KONZEPT ARCHITEKTEN

Bild – GESAMT KONZEPT ARCHITEKTEN

Stadtplanungs- / Architekturbüro: 
GESAMT KONZEPT ARCHITEKTEN

Tev Wilhelmsen, Charlotte Basedow, Kira Haeger

Landschaftsarchitekturbüro: 
Dröge+Kerck Landschaftsarchitekten

Vokmar Kerck

Auszug aus dem Erläuterungsbericht

Übergängen von privatem, öffentlichem und halböffentlichem Außenraum sowie differenzierten, sich überlagernden Sicht- und Wegebeziehungen durch die Nutzer erlebbar zu machen.

Ausgehend von den verschiedenen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Einflüssen der Umgebung, wurde eine modulare Struktur aus Bebauung, öffentlichem Grün, halböffentlichem Grün und privatem Grün ausgearbeitet. Von der südwestlichen und nordwestlichen Grundstücksgrenze ausgehend wurde eine geschützte, hoforientierte Blockrandstruktur entwickelt, welche sich an der emissionsabgewandten Seite verdichtet. Zur Quartiersmitte wird der Blockrand behutsam geöffnet und halböffentliche Bereiche geschaffen die alternative Sicht- und Wegebeziehungen schaffen. Durch die Anordnung der Treppenhäuser sowie die Wohnungsausrichtung an der Südwestseite werden lärmzugewandte Schutzschilde für die Wohnungen im hinteren Bereich geschaffen.

Jurybewertung

Das Preisgericht würdigt die differenzierte Anordnung der Bebauungsstruktur. Im Entwurf wird auf die jeweiligen räumlichen Situationen Bezug genommen. Die Bebauung gliedert sich in drei Bereiche und führt die südöstliche Bebauung nach Westen fort. Das Areal ist insgesamt stark verdichtet. Die Raumkanten an der Karl-Ziegler-Straße und an der Hermann-Dorner-Allee werden durch „transformierte Blöcke“ nicht durchgängig geschlossen. Durch die Öffnungen zwischen den Winkelbauten ist der innere Bereich des Areals nicht ausreichend gegenüber den Lärmquellen Verkehr und dem Gewerbegebiet südwestlich der Karl-Ziegler-Straße geschützt. Das Parken findet vorwiegend im Erdgeschoss an der Karl-Ziegler-Straße statt. Teilweise werden auch Stellplätze im Inneren des Areals angeboten.

Die Quartiersmitte entlang des Alexander-von-Humboldt-Weges erhält durch die Sonderwohnformen Kita, Senioren-, und Studentenwohnhäuser eine adäquate zwei- bis viergeschossige Bebauungsform. Der Alexander-von-Humboldt-Weg wird aus zwei sogenannten „Boulevards“ gebildet. Versetzt angeordnete quadratische Grün- und Platzflächen beleben diesen Bereich für Bewohner sowie schaffen differenzierte Orte für die Durchquerung des Quartiers im inneren Bereich und werden als positive Ergänzung betrachtet. Die Bebauung im nördlichen Bereich Ecke Quartierspark/H.-Dorner-Allee ist als offener Winkel städtebaulich unzureichend besetzt. Hingegen wird die Raumkante zum Quartierspark im Süden durch den Baukörper sinnvoll geschlossen. Die aufgelösten Blöcke haben unterschiedliche Gebäudetiefen von 12 bis 17 m. Die Gebäudekomposition schafft Probleme in den Abstandsflächen, die kritisch gesehen werden. Eine Umsetzung dieser Gebäudeformen an der Karl-Ziegler-Straße ist im Detail zu prüfen und scheint so nicht umsetzbar.

Die Qualität der offenen Hofbereiche wird aufgrund der Gebäudehöhen von fünf Geschossen als zu eng angesehen. Die modulare Bebauung schafft unterschiedliche Grünräume aus öffentlichem, halböffentlichem und privatem Grün. Die Jury schätzt den Ansatz, durch differenziert gestaltete Freiräume im Inneren des Quartiers für Orientierung und für Adressbildung zu sorgen. Leider sind die Randbereiche des neuen Quartiers im Übergang zu den angrenzenden Arealen nicht aussagekräftig gestaltet. Die zentrale Zone des Quartiers weist eine gute Grundkonfiguration der Außenräume auf, aber die Jury bezweifelt, dass die nutzbaren Areale im Bereich der öffentlichen Bauten die erforderlichen Flächengrößen aufweisen. Die Organisation der Parkplatzareale im zentralen Quartiersbereich (Alexander-von-Humboldt-Weg) wirkt sich voraussichtlich nicht günstig auf die Lebensqualität im Quartier aus. Insgesamt bewertet die Jury den Entwurf positiv, trotz noch zu klärender Fragen.