Technische Universität Berlin

Verfasser*in:
Julius Fittkau
Nils Konrad
Malte Neumann
Mahsa Fallah

Technische Universität Berlin, Labor für Integrative Architektur (LIA)
Prof. Finn Geipel

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Erläuterungsbericht zum Wettbewerbsbeitrag

Erläuterungsbericht:

Der Stadtrand Berlins ist durch eine Fragmentierung in suburbane Konglomerate geprägt. Begrenzende und trennende Infrastrukturen verhindern die Entstehung von Synergieeffekten. Vorhandene Potenziale bleiben so ungenutzt.
Der städtebauliche Entwurf „der grüne Ring“ setzt genau dort an. Die vorher trennende Schneise zwischen den Baufeldern wird in ihr Gegenteil verkehrt und wird so zur pulsierenden Hauptschlagader des Quartiers. 

Der Aufbau erfolgt dabei systematisch: Das Quartier besteht aus 16 gleichgroßen Kacheln, den sogenannten „Puzzlestücken“. Jedes Puzzlestück ist zusammengesetzt aus ca. 75% bzw. 50% bebaubarer Fläche und 25% bzw. 50% nicht-bebaubarer Fläche. 
Durch Drehung, Spiegelung und Kombination der Puzzlestück entsteht aus der nicht-bebaubaren Fläche ein zusammenhängender öffentlicher Freiraum. Der äußere Rand des Freiraumes fungiert als verkehrliches Rückgrat des Quartiers. Über einen „shared Space“ wird das Gebiet mit einem autonomen Bus, mit dem Rad oder zu Fuß erschlossen.
Der Beginn und das Ende des „shared Space“ werden durch zwei Mobility-Hubs markiert. 
Durch ihre Lage im Westen des Quartiers, direkt an der S-Bahn bzw. der Bundesstraße, ermöglichen sie die nahtlose Anbindung an das regionale Verkehrsnetz Berlins. 
Im Erdgeschoss beherbergen die Mobility-Hubs neben Einkaufmöglichkeiten für den täglichen Bedarf ebenso Fahrradparkhäuser. Die Obergeschosse bieten zudem Platz um die PKWs der Quartiersbewohner und zusätzlichen Besucherverkehr aufzunehmen. 
Die Dachgeschosse können für sportliche Aktivitäten oder die Produktion von Gemüse genutzt werden. Wenn in Zukunft der Bedarf an Stellplätzen für den MIV zurückgeht können die nun nicht mehr benötigten Flächen gemeinschaftlich oder gewerblich genutzt werden. 

Öffentliche Nutzungen des Quartieres wie Gewerbeeinheiten, Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen werden in den Randbereichen des grünen Ringes in den Erdgeschossen beziehungsweise den Obergeschossen verortet. 
Durch abwechslungsreiche Außenräume laden die Außenanlagen des grünen Rings zu sportlicher Betätigung, zum Spielen oder auch einfach zum Entspannen ein. Zusätzlich bilden die Ausläufer des Parks nach Osten, Süden und Westen Anknüpfungspunkte an die angrenzenden Nachbarquartiere.

Die um den grünen Ring gruppierten Baufelder werden mit typisch suburbanen und hoch effizienten Typologien besetzt. Durch den Einsatz anpassungsoffener Gebäudetypen entsteht ein breites Angebot unterschiedlichster Grundrisstypologien um konkret die Ansprüche der Mieter zu bedienen.

„Der grüne Ring“ entwirft ein Szenario zum Thema suburbanes Wohnen und Leben. 
Die für den suburbanen Raum typische Heterogenität der Bebauungsstruktur bleibt dabei bestehen und rückt das gemeinschaftliche Leben in den Fokus. Durch die Integration von modernen Verkehrskonzepten kann ein Leben nach den Grundsätzen einer Stadt der kurzen Wege realisiert werden. So entsteht ein lebhaftes und für alle offenes Quartier der Zukunft.