Bauhaus-Universität Weimar

Verfasser*in:
Lisa Maßel
Lia Zinngrebe
Diep-Dan Tran
Paul Moritz

Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur und Urbanistik
Prof. Dr. Steffen de Rudder

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Erläuterungsbericht zum Wettbewerbsbeitrag

Erläuterungsbericht:

Städtebauliche Idee
In Zeiten der Klimakrise und stetiger urbaner Verdichtung bedarf es zwingend neuer Lösungen mit unseren Rohstoffen und dem uns zur Verfügung stehenden Lebensraum umzugehen. Aber was können wir tun? Unsere Antwort ist der modulare Stadtbaukasten. Das partizipative Tool nutzt die Potentiale des Stadtrands, um klimafreundlichen Wohnraum zu schaffen. Prägendes Element ist der Grünraum, der die vier unterschiedlichen Nachbarschaften miteinander verbindet.

Modularer Stadtbaukasten
Durch die Verteilung der Muster-Baufelds entstehen gut proportionierte Flächen mit übergeordneten Funktionen, den sogenannten Zellen. Wir unterscheiden in Freiraum-Zellen, Wohn-Zellen, Produktive Zellen sowie Urbane Zellen. Die Verbindungsachse innerhalb eines Musterbaufeldes mit 14m Breite werden mit Zwischenraummodulen aufgefüllt, welche als Sammelstraßen, Shared Space, Gartenpfad oder fließender Übergang verschieden ausformuliert sind.
Die quartiersinterne Architektur beruht ebenfalls auf einem Grundmodul, welches diverse Gebäudetyopologien entstehen lässt, um lebenswerte und vielfältige Wohnräume zu generieren. So wird eine hohe Um- und Rückbaufähigkeit auf architektonischer sowie städtebaulicher Ebene gewährleistet, welche das neue Quartier perspektivisch flexibel auf fortschreitender Entwicklung reagieren lässt. 

Vielfältige Nachbarschaften
Insgesamt umfasst das Quartier 2.332 Wohneinheiten, die auf vier Nachbarschaften verteilt sind. Die Produktiven und Urbanen Zellen geben den Charakter der einzelnen Nachbarschaften vor, mit dem Ziel einzigartige Identitäten zu schaffen. Ein breit gefächertes sportliches Angebot charakterisiert die Nachbarschaft Wohnen und Sporten. Wohnen im Garten ist geprägt durch ein Generationencafé sowie einem Pflegeheim. Die Bewohner*innen aus Wohnen und Werken erfreuen sich besonders an der gemeinschaftlichen Werkstatt, während in der Kleinen Großstadt alle wichtigen Einrichtungen der Versorgung sowie ein Kindergarten und ein Jugendzentrum untergebracht sind. Die Charaktere der Nachbarschaften sind zudem im Grünraum wiederzufinden, wie beispielsweise in Form eines Abenteuerspielplatzes, Sportflächen und eines Freiluftkinos. 

Mobilität und Umwelt
Das innovative Mobilitätskonzept auf Basis der substituierbaren Zwischenraummodule reduziert den motorisierten Individualverkehr auf ein Minimum. Der Fokus liegt auf dem gut verknüpften Fuß- und Radwegenetz, welches unmittelbar den öffentlichen Raum belebt. Darüber hinaus bietet ein autonomer E-Shuttle allen Bewohner*innen die Möglichkeit, das Quartier mühelos zu erschließen. Weitere wichtige Bestandteile des Konzeptes sind der Mobilitätshub am Quartierseingang sowie die zentrale organisieren Quartiersgaragen der einzelnen Nachbarschaften. Diese können perspektivisch problemlos rück- bzw. umgebaut werden. 
Die ausschöpfende Nutzung der Dächer mit regenerativen Energien, Wasseraufbereitungsanlagen sowie Gewächshäusern zur Lebensmittelproduktion sensibilisiert die Bewohner*innen für einen nachhaltigen Lebensstiel. Ergänzend dient die quartierseigene App zu Beobachtung des eigenen Verbrauchs. 
Neben einem wohnorientierten Nutzungskonzept konzertiert sich der Entwurf im Sinne eines nachhaltigen Quartiers auf umweltfreundliche Mobilitätsangebote, qualitative Freiräume und die regenerative Versorgung einer diversen Bewohnerschaft.