3. Preis - Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Verfasser*in:
Nadine Georgie
Beatrice Höckel

Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Fakultät für Architektur, Institut Entwerfen von Stadt und Landschaft
Prof. Markus Neppl

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Erläuterungsbericht zum Wettbewerbsbeitrag

Erläuterungsbericht:

Städtebauliche Fügung
Q3 Berlin als neues Wohnquartier ist für eine sozial gemischte Bewohnerstruktur angelegt. Das Definieren der Verteilung von sozialen, gewerblichen und verkehrstechnischen Infrastrukturen fördert ein urbanes Miteinander. 
Die offene und robuste Straßenrandbebauung fügt sich wie selbstverständlich in das städtebauliche Gefüge ein und bildet dabei gleichzeitig ein eigenständiges, identitätsstiftendes Profil aus. Alle Gebäude weisen eine generellen 4-5 Geschossigkeit auf, wobei einzelne bis zu 8-geschossige Hochpunkte wichtige Bezugspunkte im Quartier markieren. Insgesamt wird Raum für ca.1500 neue Wohnungen geschaffen.

Erschließung
Die verkehrsberuhigte Hauptstraße, welche den neuen Ortsteil und den Bestand verbindet, wird durch Einbahnstraßen, die als Shared Space Flächen in die Teilquartiere führen, ergänzt. Das Differenzieren zwischen öffentlichen und privaten (Erschließungs-)Flächen führen zu einer ruhigen Wohnumgebung und nahezu autofreien Teilquartieren.
Das rechtwinklige Ineinandergreifen der Straßenachsen sorgt für einen idealen, allseitigen Anschluss aller Teilquartiere an den frei bespielbaren Quartiersplatz.
Die Platzierung von Mobility Hub’s (Quartiergaragen) an den Eingängen reduzieren den motorisierten Individualverkehr. Das übergreifende Mobilitätsprinzip bietet eine nachhaltige und umweltbewusste Fortbewegung, wie Car-/Bike-Sharing Angebote und Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Q3-Quartiere
Das Ausformulieren von drei verschiedenen Teilquartieren: Q1 - LebensDORF, Q2 - KulturSTADT und Q3 - SportLAND, ermöglicht es unterschiedlichen Nutzerprofilen nachzukommen und diese auf gemeinschaftlichen Ebene zu verknüpfen. Fuß- und Fahrradrouten verbinden alle Teilquartiere miteinander und münden auf dem Quartiersplatz. Dieser ist als flexibel bespielbarer Platz der Dreh- und Angelpunkt des Quartiers. Das Verankern der Erschließung in den Grünen Loop ermöglicht eine abwechslungsreiche Durchwegung, eine soziale Durchmischung und begünstigt das Erleben des Quartiers aus der Fußgängerperspektive.

Freiraum
Ein zusammenhängender Grüner Loop, der durch vier themendefinierte Naherholungszonen (Grüne Lungen) ergänzt wird, bieten Q3 einen großzügigen, öffentlichen Grünraum mit einer vielfältigen Stadtnatur. Begegnungsorte, Kommunikationsflächen, Sportmöglichkeiten und Spielplätze, die die halbprivaten Innenhöfe nutzbar machen, ergänzen einander und machen die Natur durch ihre Varianz für alle Nutzerprofile besonders attraktiv und zugänglich.
Die hohe Aufenthaltsqualität wird durch das Orientieren von öffentlichen Einrichtungen und dazugehörigen Plätzen an den öffentlichen Grünraum unterstützt.

Nutzungskonzept
Der Wohnraum wird durch ein breites Angebot von gewerblichen Dienstleistungen, die entlang des Quartierboulevards liegen, ergänzt. Diese Gewerbezone folgt der Haupterschließung des Quartiers und führt den Fußgänger von dem Ankunftspunkt der S-Bahn-Haltestelle direkt in das Zentrum auf den Quartiersplatz.
Es wird deutlich, dass jedes Teilquartier städtebaulich gesehen eigenständig funktionieren kann, allerdings erst durch die Verknüpfung mit den anderen Quartieren das optimale Potential entfaltet und nur durch vielschichtige Interaktionen zu einer sozialen und städtebaulichen Nachhaltigkeit führt.