Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Verfasser*in:
Marlene Gehrmann
Janine Arnold

Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Fakultät für Architektur, Institut Entwerfen von Stadt und Landschaft
Prof. Markus Neppl

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Erläuterungsbericht zum Wettbewerbsbeitrag

BERIPHERIE    BERLINER RÄNDER VIELFÄLTIG MISCHEN

Das Projekt BERIPHERIE stellt ein beispielhaftes Konzept dar, wie die Schnittstelle zwischen urbanem Raum und peripheren Siedlungsgebieten in Zukunft neu gedacht werden können. 

STÄDTEBAULICHE FÜGUNG Das Quartiersbild ist von einem dichten Nebeneinander von Wohnen, Gewerbe und sozialen Infrastrukturen geprägt. Umgesetzt wird dies durch die Weiterentwicklung des klassischen Blockrandes, der eine zukunftsorientierte und offene Struktur mit einer urbanen Dichte darstellt. Gleichzeitig bildet er auch die Grundlage für ein gemeinschaftliches Miteinander. Durch ein Rahmenwerk aus variablen und anpassungsfähigen Gebäudestrukturen bzw. Typologien wird ein hohes Maß an Varianz innerhalb der Blockstrukturen aber auch auf Ebene des Gesamtquartiers erzeugt, wodurch eine vielfältige Mischung an Nutzern und Nutzungen entsteht. Die baulichen Strukturen können dabei durch unterschiedliche Zusammensetzungen sensibel auf bereits existierende Kontexte reagieren.

GRÜN- UND FREIRAUMSTRUKTUR Integraler Bestandteil des exemplarischen Entwurfes bilden die Freiraumstrukturen, die vom Gemeinschaftsgedanken geprägt sind. Der zentrale Grünkorridor stellt mit der angrenzenden Haltestelle den Auftakt in das Gebiet dar und verbindet eine Vielzahl von alltäglichen Aktionsräumen, sowie die Gebiete innerhalb des Quartiers. Über die kontextabhängig differenzierten Grünachsen wird eine zusätzliche Verknüpfung der Blockstrukturen erreicht. Im Norden anknüpfend ist eine Landschaftszone ausgebildet, die den Bewohnern als Treffpunkt und gemeinsam genutzte Produktionsstätte dient. Während zentrale Quartiersplätze entlang der Grünräume als lebendige Treffpunkte für das gesamte Quartier dienen, liegen den Gemeinschaften innerhalb der Blockstrukturen diverse Nachbarschaftsplätze zur Verfügung. Außerdem können Dachgärten und Gewächshäuser als Gemeinschaftsfläche genutzt werden. Die vernetze Freiraumstruktur ist somit überall im Quartier erlebbar, spricht unterschiedliche Größen von Gemeinschaften an und knüpft neue Quartiere an die Umgebung an.

MOBILITÄT Ein nachhaltiges und anpassungsfähiges Mobilitätskonzept erlaubt es den MIV im Quartier zu reduzieren und verkehrsfreie Freiraumstrukturen mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen. Eine zentrale Mobilitätsstation sowie Quartiersgaragen fangen den Autoverkehr im Gebiet ab, ermöglichen ein leichtes Umsteigen auf alternative Verkehrsmittel und bieten ein breites Angebot an Parkplätzen, Carsharing, Ladestationen und E-Bikes/Roller zum Leihen. Zusätzlich gibt es das Angebot eines (autonomen) Shuttles, der das Gebiet intern erschließt und auf Abruf wichtige Punkte vernetzt. Zu einem zukunftsorientierten Konzept gehört auch eine Umnutzung verkehrlicher Infrastrukturen und Parkflächen, weshalb sich die Mobilitätsstationen schrittweise, flexibel und je nach Bedarf alternativ umnutzen lassen.

Im Rahmen der BERIPHERIE entsteht ein lebendiges, nachhaltiges und qualitätsvolles Quartier, das von Gemeinschaft, Nutzervielfalt und baulicher Mischung geprägt ist.