31. Aug 2021

Architektur für Integrierte Sekundarschule „Eisenacher Straße“ in Berlin-Tempelhof steht fest

Berlin, 31.08.2021. In Tempelhof-Schöneberg realisiert die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH einen weiteren Schulneubau im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive. Die Integrierte Sekundarschule (ISS) mit 600 Schulplätzen entsteht auf einem 20.218 Quadratmeter großen Grundstück entlang der Eisenacher Straße in Berlin-Tempelhof. Die Planung der ISS beginnt unmittelbar, um den angestrebten Fertigstellungstermin des Schulneubaus zum Schuljahr 2026/2027 erfolgreich umzusetzen. „Der Schulbau geht spürbar voran“, sagt HOWOGE-Geschäftsführer Ulrich Schiller. „Vor Kurzem haben wir den Grundstein für unsere ersten beiden Schulen an der Allee der Kosmonauten gelegt. Mit der Eisenacher Straße ist nun das fünfte Wettbewerbsverfahren abgeschlossen, drei weitere Wettbewerbe werden noch in diesem Jahr folgen.“

Wettbewerbsaufgabe und Juryentscheidung

Neben der sechszügigen Integrierten Sekundarschule und den dazugehörigen Sportfreianlagen entsteht auf dem Grundstück eine Sechsfach-Sporthalle mit Galerie. Diese soll gemeinsam mit der benachbarten Schätzelberg-Grundschule genutzt und nachschulisch den Vereinen zur Verfügung gestellt werden. Die gemeinsame Nutzung und die Schaffung weiterer funktionaler Verflechtungen, die auch im vorausgegangenen Partizipationsverfahren intensiv diskutiert wurden, haben die Wettbewerbsaufgabe in besonderer Weise geprägt. Um für diese funktional und technisch anspruchsvolle Aufgabe einen Entwurf von höchster gestalterischer und nachhaltiger Qualität zu erhalten, wurde ein Realisierungswettbewerb ausgelobt. Die Wettbewerbsjury unter Vorsitz von Prof. Tobias Wulf (Architekt, Stuttgart/Berlin) entschied sich nach intensiver Diskussion, den ersten Preis an den Entwurf des Architektenbüros AFF Architekten GmbH aus Berlin zu vergeben. Damit setzten sie sich gegen dreizehn weitere Teilnehmende aus Deutschland, Österreich, Spanien und Dänemark durch. Der zweite Preis ging an as-if Architekten Grundei Kaindl PartGmbB aus Berlin. „Im Preisgericht haben wir viel über die Vernetzung der beiden Schulen diskutiert“, sagt Jens Wadle Prokurist und Leiter Schulbau bei der HOWOGE. „Es ist immer wieder erstaunlich, wie vielfältig die Architekten im Wettbewerbsverfahren neue Lösungen zur Gestaltung der Berliner Lern- und Teamhäuser für einen konkreten Ort finden.“ Die Jury entschied sich im Ergebnis der ganztägigen Sitzung, keinen dritten Platz zu vergeben und stattdessen aufgrund ihrer konzeptionell innovativen Ansätze zwei Arbeiten mit einer Anerkennung zu würdigen: die Entwürfe von Behnisch Architekten Partnerschaft mbB aus München sowie von PSLA ARCHITEKTEN ZT GMBH aus Wien.

Siegerentwurf

Der Siegerentwurf überzeugte durch die Anordnung der Gebäude und die dadurch erreichte Verknüpfung mit der Schätzelberg-Grundschule ebenso wie der Adressbildung an der Eisenacher Straße. Darüber hinaus verzahnen sich die Baukörper sehr gut mit der durchgrünten Umgebung und den Bestandsgebäuden des Quartiers. Hervorzuheben sind bei diesem Entwurf auch die enge Verbindung zwischen den schulischen Funktionen und den im Freiraum vorgelagerten Nutzungen. Die Preisträger wussten durch die vorgeschlagene Raumdisposition der erdgeschossig angeordneten Funktionen zu punkten, die die Verflechtung der gemeinsam mit der Schätzelberg-Grundschule zu nutzenden Räume außerordentlich gut zu integrieren versteht.Der prämierte Entwurf bietet ein funktional sehr gut durchdachtes Compartmentkonzept an: Die Unterrichtsräume für die Lernenden und ein Teambereich für die Lehrenden gruppieren sich um ein zentrales Forum, das als gemeinschaftliche Lern- und Aufenthaltsfläche dient. Die Belichtung wird sehr positiv wahrgenommen, ebenso sind die Sichtbeziehungen zwischen Teambereich und Compartment gewährleistet. Insgesamt konnte die Arbeit in allen Aspekten der komplexen Aufgabenstellung eine überzeugende Umsetzung bieten.

Aus der Beurteilung des Entwurfs durch die Jury

„Städtebaulich öffnet sich der Campus mit einem Vorplatz dem Quartier. Der Platz führt darüber zum Haupteingang und erschließt damit das Schulinnere. Eine Besonderheit des Entwurfs ist die Verortung der Sporthalle an der Eisenacher Straße. Diese nimmt die vorhandene Bebauungslinie auf. (…)
Mehrheitlich positiv wurde die Lage der Sporthalle an der Eisenacher Straße gesehen. (…) Die Baukörper verzahnen sich sehr gut mit der durchgrünten Umgebung und den Bestandsgebäuden des Quartiers. Die Grünräume gliedern den Baukörper und stellen einen stadträumlich passenden Baukörper dar. Innen- und Außenraum verzahnen sich spielerisch. Die Einschnitte im Baukörper sind nicht beliebig gewählt, sondern verlängern die Funktionen der Räume nach außen. Die Mehrzweckräume liegen zentral und lassen sich von der Grundschule und der ISS sehr gut erreichen. Auch eine außerschulische Nutzung (…) ist sehr leicht möglich. Die innere Erschließung ist ebenfalls klar gegliedert und einfach erreichbar. Die Orientierung ist sehr leicht möglich, die Führung durchs Gebäude erfolgt intuitiv. 
Die Zusammenschaltbarkeit der Mensa und der Mehrzweckräume wird erfüllt und die Anbindung an zwei Seiten des Freiraums bietet tolle Nutzungsmöglichkeiten. (…) Die Funktionalität der Compartments ist gut ablesbar und vorstellbar. (…)“ 

Eine digitale Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten ist zurzeit in Vorbereitung und wird demnächst über die Homepage der HOWOGE veröffentlicht.

Druckfähiges Bildmaterial finden Sie unter folgendem Link. Bitte beachten Sie das Copyright direkt im Dateinamen: https://www.skyfish.com/sh/ed9fb0d1c4c560b0676154ba11d37e3a0a7f145a/1abc0390/1961353

Oliver Schworck, Bezirksstadtrat für die Abteilung Jugend, Umwelt, Gesundheit, Schule und Sport Tempelhof-Schöneberg: „Ich freue mich sehr, dass wir ein funktionales und modernes Schulgebäude erhalten werden. Zu begrüßen ist auch, dass das Ziel einer Compartment-Schule auf bestechend übersichtliche Art und Weise umgesetzt wird, die zum entspannten Lernen einlädt. Nun gilt es, die weiteren Schritte zügig umzusetzen.“

Beate Stoffers, Staatssekretärin für Bildung: „Der prämierte Entwurf für die neue Integrierte Sekundarschule hat das Compartmentkonzept mit seinen Funktionalitäten deutlich sichtbar gemacht, so zeigt sich das Compartment als Einheit schon in der äußeren Gebäudeform. Die Idee von der ‚Schule in der Schule‘ bleibt auch im Inneren durch die zentral im Compartment angeordneten Foren ablesbar. Dort können Schülerinnen und Schüler sich austauschen, gemeinschaftlich lernen oder entspannen. Gut gelöst ist auch die zentrale Lage der Mehrzweckräume, die sich gleichermaßen von der benachbarten Grundschule als auch der neuen ISS erreichen lassen. Damit wird eine freundliche und helle Lernumgebung für die Schulgemeinschaft und außerschulische Nutzung geschaffen, ganz im Sinne des Berliner Lern- und Teamhauses. Ein weiteres Bauvorhaben der Berliner Schulbauoffensive, das eine moderne Pädagogik ermöglicht, genug Freiräume bietet und mit einer ausgeklügelten Anordnung der Räumlichkeiten punktet!“

Norman Heise, Vorsitzender Landeselternausschuss Berlin:
„Für den durchaus herausfordernden Standort und die Ergebnisse des Partizipationsverfahrens lieferten die Architekt:innen den besten Entwurf ab. Besonders gefallen hat die Verzahnung zwischen Innen- und Außenraum, die bei gleichzeitig sehr guter Umsetzung des Lern- und Teamhaus-Konzeptes überzeugte. Die Funktionen der Fachräume im Gebäude verlängern sich auf die Flächen unter freiem Himmel. So liegt z.B. der Kunst- und Werkhof bei den WAT-, Kunst- und Musik-Bereichen. Das Gebäude und die Wegebeziehungen sind leicht zu erfassen. Das Compartment hat eine hervorragende Anordnung und zeigt, wie auch die Fragestellung nach optimaler Belichtung und Belüftung gelöst werden kann. Alles in Allem ein verdienter 1. Platz.“

Prof. Tobias Wulf, Jury-Vorsitzender
„Die beiden mit Preisen gekürten Arbeiten boten trotz ihrer Unterschiedlichkeit im städtebaulichen Ansatz wie auch in ihrer architektonischen Struktur die Grundlage für eine Schlussdiskussion auf außergewöhnlich hohem Niveau. Die Entscheidung fiel schlussendlich zugunsten der besten Lösung für das Compartement und einen offenen Freiraum zwischen der bestehenden Grundschule und dem Neubau der ISS. Demgegenüber traten die typologischen und strukturellen Aspekte des zweitplatzierten Entwurfs eine Nuance zurück. Aus meiner Sicht bietet das Ergebnis des Wettbewerbs eine gute Grundlage für die weiteren Schritte. Glückwunsch an die Preisträger.“

Ergebnis der Preisgerichtssitzung:
 

1. Preis

Architektur: AFF Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Verfasser*in: Ulrike Dix, Monic Frahn, Martin Fröhlich, Sven Fröhlich
Mitarbeit: Matthias Gall, Hanno Schröder

Landschaftsarchitektur: POLA Landschaftsarchitekten, Berlin
Verfasser*in: Jörg Michel
Mitarbeit: Sara Perovic

Tragwerksplanung: Fast + Epp Beratende Ingenieure, Darmstadt
Verfasser*in: Dr.-lng. Jochen Stahl, M.-Eng. Christoph Schulze 

Technische Gebäudeausrüstung: air-consult , Ingenieurbüro Bernd Knape, Jena
Verfasser*in: Dipl.-Ing. Bernd Knape

weitere Beteiligte: BBS Ingenieurbüro Baukonstruktion/Bauphysik/Simulation, Weimar

Mitarbeit: Dipl.-lng. Uwe Gronau

weitere Beteiligte: freie ingenieure bau / Dr. Belaschk + Krätschell PartGmbB, Berlin (Brandschutzplanung) 

Mitarbeit: Dr.-lng. H. Belaschk
 

2. Preis

Architektur: as-if Architekten Grundei Kaindl PartGmbB, Berlin mit raumzeit Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Verfasser*in: Stephanie Kaindl; Friedrich Tuczek
Mitarbeit: Paul Grundei, Madeleine Bien; Jan Läufer

Landschaftsarchitektur: capatti staubach urbane Landschaften Landschaftsarchitekt und Architekt PartGmbB, Berlin
Verfasser*in: Tancredi Capatti, Matthias Staubach
Mitarbeit: Marco Smeraglia

Tragwerksplanung: HHT Bauingenieure GbR, Berlin
Verfasser*in: Gerd Thieroff

Technische Gebäudeausrüstung: DELTA-i Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin
Verfasser*in: Raimund Frieß

Anerkennung

Architektur: Behnisch Architekten, München
Verfasser*in: Robert Hösle, Stefan Behnisch
Mitarbeit: Haidar Ai-sitrawi, Andrada Bauer, Maria Hirnsperger, Gregor Hilpert, Gökhan Catikkas, Laura Baldelli, Verena Knaup

Landschaftsarchitektur: Treibhaus Landschaftsarchitektur, Berlin/Hamburg
Verfasser*in: Dipl. -Ing. Gerko Schröder
Mitarbeit: Janika Weber, Klaus-Peter Lorenz

Tragwerksplanung: knippershelbig GmbH, Stuttgart/New York (US)
Verfasser*in: Thorsten Helbig

weitere Beteiligte: Prof. Dipl.-Ing. Thomas Auer, Transsolar Energietechnik, Stuttgart

Anerkennung

Architektur: PSLA ARCHITEKTEN ZT GMBH, Wien (AT)
Verfasser*in: Lilli Pschill, Ali Seghatoleslami, Oswald Trempl

Landschaftsarchitektur: Kretschmer Tauscher Landschaftsarchitekten, Berlin
Verfasser*in: Marlen Kretschmer, Carina Sander

Tragwerksplanung: PORR Design & Engineering GmbH, Berlin

Technische Gebäudeausrüstung: PORR Design & Engineering GmbH, Berlin

weitere Beteiligte: PORR Design & Engineering GmbH, Berlin (Brandschutz)

Über die HOWOGE

Die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH ist eines der sechs kommunalen Wohnungsunternehmen des Landes Berlin. Mit einem eigenen Wohnungsbestand von mehr als 65.500 Wohnungen gehört das Unternehmen zu den größten Vermietern deutschlandweit. Bis 2030 will die HOWOGE ihr Wohnungsportfolio insbesondere durch Neubau auf rund 80.000 Wohnungen erweitern. Als Teil der Berliner Schulbauoffensive übernimmt die HOWOGE als weiterer baudurchführender Akteur, neben den Bezirken und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen den Bau und die Sanierung von Schulen. 18 Schulen (14.781 Schulplätze) sowie bis zu acht Holzbauschulen wird die HOWOGE in den nächsten zehn Jahren bauen. Dazu kommen 13 Großsanierungen.

Weitere Informationen unter: www.howoge.de/schulbau.html

„Wir gestalten das Berlin der Zukunft lebenswert. Mehr als gewohnt."

Downloads