06. Jan 2021

1.332 neue Schulplätze – Entwurf für Gemeinschaftsschule Adlershof liegt vor

Gemeinschaftsschule Adlershof Perspektive Eisenhutweg © AFF_Architekten_Berlin

Die Berliner Schulbau-Offensive kommt weiter voran: das Vergabeverfahren der HOWOGE zu den Generalplanungsleistungen zum Neubau der Gemeinschafts-schule Adlershof ist entschieden. Die Bietergemeinschaft AFF Gesellschaft von Architekten aus Berlin ging aus dem zweistufigen Verfahren als Sieger aus ins-gesamt 18 teilnehmenden Architekturbüros hervor.  „Die HOWOGE schätzt sich glücklich, für das Land Berlin auch im Bezirk Treptow-Köpenick den Neubau einer Gemeinschaftsschule nach dem Compartment-Konzept zu errichten“, sagt HOWOGE-Geschäftsführer Ulrich Schiller. „Mit der Schule an der Hermann-Dorner-Allee werden bis zum Schuljahr 2026/27 1.332 neue Schulplätze in den Jahrgangsstufen 1 bis 13 geschaffen.“

Der Neubau schließt auf dem aktuell brach liegenden Grundstück Hermann-Dorner-Allee/Eisenhutweg eine prominente städtebauliche Lücke und schafft ein neues Entree zum Wissenschaftsstandort Adlershof. „Ein tolles Ergebnis für eine große Schule auf einem schwierigen Grundstück“, findet Jens Wadle, Bereichs-leiter Schulbau und Prokurist der HOWOGE. „Der Entwurf hat das Potential zur Ausbildung einer starken Schulgemeinschaft und ist geprägt durch den Leitgedanken des Berliner Lern- und Teamhauses“. 
Durch geschicktes Ausnutzen der Geländetopographie können die 30.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche in fast durchgängig in den drei oberirdischen Geschossen untergebracht werden. Die beiden Sporthallen liegen im Untergeschoss des Schulgebäudes und sind über verglaste Galerien von den beiden Eingangshallen aus erreichbar. Der Hauptzugang zu Schule und Sporthallen erfolgt über eine breite Eingangsbrücke vom Eisenhutweg – die Grundstufe erhält einen separaten Zugang von Norden. Im Erdgeschoss sind alle Gemeinschaftsfunktionen wie der großflächig zum Eisenhutweg verglaste Mehrzweckbereich mit Mensa, die Verwaltung, Bibliothek, sowie die Werk- und Kunsträume untergebracht. 
Über fünf Treppenhäuser werden die Compartments mit den allgemeinen Unter-richtsräumen in den Obergeschossen erreicht. Aufgrund der Lärmbelastung durch die stark befahrenen Straßen von beiden Außenseiten sind Unterrichtsräume sowie die zugehörigen Foren zusätzlich über Innenhöfe belichtet und belüftet. Die Jury zeigte sich insbesondere von der Mischung aus kleinteiliger, innerer Struktur und kompakter Anordnung der gemeinschaftlichen Flächen überzeugt.

Nach dem Abschluss der Wettbewerbe für einen Neubau mit zwei Schulen an der Allee der Kosmonauten, der Integrierten Sekundarschule (ISS) Am Breiten Luch in Lichtenberg sowie dem Gymnasium an der Erich-Kästner-Straße in Marzahn-Hellersdorf steht damit der Entwurf für den vierten HOWOGE-Schulbau fest.

Stimmen aus der Jury

Staatssekretärin Beate Stoffers, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie: „Die Entscheidung zum Wettbewerb für die Gemeinschaftsschule in Adlershof ist ein wichtiger Meilenstein zur Verbesserung der Schulplatzversorgung im Südosten Berlins. Es wurde auch im vierten Wettbewerb der HOWOGE ein kraftvoller und eigenständiger Entwurf ausgewählt, der zeigt, wie vielfältig die pädagogisch-baulichen Vorgaben des Berliner Lern- und Teamhauses umgesetzt werden können. Die Berliner Schulbauoffensive wirkt.“

Cornelia Flader, Schulstadträtin Treptow-Köpenick: „Unser stark wachsender Bezirk benötigt dringend zusätzliche, neue Schulplätze. Mit der Gemeinschaftsschule Adlershof erhält der Bezirk nicht nur ein funktionales Schulgebäude, das hilft, die große Nachfrage von Eltern und Schülern nach Schulplätzen zu befriedigen, vielmehr wird eine Schule geschaffen, in der Lernen nach modernsten pädagogischen Erkenntnissen in einer Schulgemeinschaft von ganz Klein bis Groß möglich sein wird.“

Martina Schulz-Brüssel, Leiterin der pädagogischen Projektgruppe GAD:
„Ein für mich spannendes Verfahren geht zu Ende und hat einen würdigen Abschluss gefunden. Erstmalig war ein Teil der zukünftigen Nutzer*innen, die bereits in der Erarbeitung eines pädagogischen Konzeptes für die neue Gemeinschaftsschule Adlershof sind, von Beginn an einem solchen Verfahren beteiligt. Das Grundgerüst des geplanten pädagogischen Konzeptes hat Auswirkungen auf die Architektur. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt konnten wir unsere Ideen mit in das Verfahren einbringen. Dem Siegerentwurf gelang es sehr gut, viele unserer Vorstellungen architektonisch umzusetzen.
Gemeinsam wurde in einer für mich sehr wertschätzenden Art und Weise diskutiert, z. T. auch gestritten, aber immer an einem gemeinsamen Ziel orientiert. Dabei standen die Kompetenzen der Einzelnen an diesem Verfahren Beteiligten an den entsprechenden Stellen immer wieder im Fokus. So habe ich eine Menge über Architektur, Städtebau und Landschaftsschutz gelernt – und ich hoffe, meine Gegenüber eine Menge über moderne Pädagogik. 
Nun freue ich mich auf den nächsten Schritt und kann es kaum erwarten, die Schule nicht nur theoretisch mit Konzepten zu untermauern, sondern dem Ge-bäude ein Stück Leben einzuhauchen.“
 

Downloads