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Großsiedlungen auf dem Weg in die digitale Zukunft: Mehr Chancen als Herausforderungen? GESOBAU und HOWOGE fördern Professur „Urbane Resilienz und Digitalisierung“ am Einstein Center Digital Future

23. Okt 2017

Wie bewältigen die Städte und unsere Wohnquartiere den rasan-ten urbanen Wandel? Wie belastbar und erneuerungsfähig sind die Quartiere und Infrastruk-turen? Ist Digitalisierung nur Prozesstreiber des Wandels der Städte oder ist sie auch Schlüssel zur Beseitigung von urbanen Defiziten? Diesen und vielen anderen Fragen widmet sich die Urbane Resilienzforschung. Wohnungsbaugesellschaften als große Bestandshalter mit einem langfristigen und Generationen übergreifenden Geschäftsmodell, die die Stadt gestaltend weiterbauen, sind an den Antworten interessiert.

Aus diesem Grund haben die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften GESOBAU AG und HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH entschieden, gemeinsam die Professur „Ur-bane Resilienz und Digitalisierung" von Prof. Jochen Rabe am Einstein Center Digital Future (ECDF) als Stifter zu fördern. Die Gesellschaften unterstützen drei Jahre lang die For-schungs- und Lehrtätigkeit des renommierten Wissenschaftlers mit jährlich insgesamt 70.000 €. Die Fördersumme wird über den „Förderfonds Wissenschaft in Berlin" und die Ein-stein Stiftung an die TU Berlin ausgereicht. Die Professur „Urbane Resilienz und Digitalisie-rung" ist eine der ersten aktiven Professuren des ECDF, das interdisziplinäre wissenschaftli-che Kompetenz im Bereich Digitalisierung bündelt und in Berlin einen neuen, international sichtbaren Forschungsschwerpunkt herausbildet. Zukünftig sollen rund 50 Professuren an allen Berliner Hochschulen eingerichtet werden.

Urbane Resilienz, also die Wiedererneuerungkräfte unserer Städte im Angesicht immer schnelleren Entwicklungsdrucks, rückt in Anbetracht der globalen Herausforderungen u.a. der Urbanisierung, des Klimawandels oder der Ressourcenknappheit zunehmend in den Fo-kus der Forschung und Politik. In Abgrenzung zu überwiegend technologiegetriebenen SMART City Konzepten, wird die Forschung von Professor Rabe die rapide Digitalisierung unserer Städte in den Kontext der Resilienz stellen und erforschen, inwieweit Digitalisie-rungsprozesse die Erneuerungs- und Widerstandskräfte unserer Städte stärken oder auch schwächen können.

„Ich bin sehr froh, mit der GESOBAU und der HOWOGE zwei landeseigene Wohnungsbau-gesellschaften als Stifter meiner Einstein Professur Urbane Resilienz und Digitalisierung an der Seite zu haben. Beide Unternehmen stellen sich der großen sozialen und ökonomischen Aufgabe, Wohnungsbestände von städtischen Ausmaßen in Ost und West unserer Stadt langfristig weiterzuentwickeln", sagt Prof. Jochen Rabe. „Dieses langfristige Engagement bietet die herausragende Möglichkeit, den zunehmend beschleunigten Wandel unserer Städ-te zu beforschen und pragmatische Handlungsstrategien aufzuzeigen, um diese zukunftsfä-higer zu gestalten. Das Thema Stadtentwicklung ist immer ein Querschnittsthema von hoher Komplexität und ich freue mich insbesondere auf die Herausforderung, die einmalige Inter-disziplinarität des Einstein Center Digital Future und die vielfältige Expertise meiner Kollegen in meine Forschung einzubinden."

Am Ende des Forschungsprojektes ist geplant, zwei Pilotprojekte zu konzipieren, anhand derer die Potenziale der Digitalisierung auf dem Sprung zum resilienten Stadtquartier ausge-lotet werden. Hierbei sollen insbesondere die Aspekte der Planung und des Betriebes von städtischen Infrastrukturen reflektiert und bewertet werden. Die GESOBAU wird das Märki-sche Viertel als Forschungsfeld zur Verfügung stellen, die HOWOGE das Quartier Warten-berg in Höhenschönhausen. Beide Quartiere sind Musterbeispiele für den Großsiedlungsbau der 1960er bis 1980er Jahre in West- und Ostberlin und stehen vor besonderen Herausfor-derungen der sich wandelnden Stadt.

„GESOBAU und HOWOGE vermieten und verwalten zusammen rund 100.000 Wohnungen in Berlin und werden ihr Portfolio v.a. durch Neubau deutlich erweitern. Wir nehmen unsere Verantwortung für die bestehende und zukünftige Stadt nicht nur durch unser soziales Be-standsmanagement und unsere nachhaltige Wachstumsstrategie wahr, sondern arbeiten intensiv an der Zukunftsfähigkeit unseres Bestandes", erläutert GESOBAU-Vorstand Jörg Franzen. „Das ECDF mit seinen geplanten 50 Professuren erlaubt uns dabei einen einmaligen Einblick in die digitale Zukunft mit all Ihren Facetten. So haben sich die GESOBAU und die HOWO-GE als eine der ersten Förderer des ECDF entschlossen, diesen digitalen Wandel – und wie man ihm begegnen kann – im Rahmen der Professur Urbane Resilienz und Digitalisierung erforschen zu lassen", ergänzt HOWOGE-Geschäftsführerin Stefanie Frensch.

Jochen Rabe CV und Forschungsschwerpunkt

Professor Jochen Rabe hält seit 2016 die Einstein Professur Urbane Resilienz und Digitalisierung am Einstein Center Digital Future (ECDF). Er studierte an den Universitäten Cambridge, Oxford und der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Mit über 20 Jahren internationaler und nationaler Stadt-entwicklungserfahrung in Privatwirtschaft und Forschung wird sich Professor Rabe im Rahmen des ECDF der Frage stellen, welche digitalen Strategien und Technologien die Resilienz unserer Städte verstärken können.

Über die GESOBAU AG

Als städtisches Wohnungsunternehmen leistet die GESOBAU aktiv ihren Beitrag, um in der dyna-misch wachsenden Stadt Berlin auch in Zukunft bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten der Be-völkerung bereitzustellen und lebendige Nachbarschaften zu erhalten. Seit 2014 baut die GESOBAU wieder neu und erweitert durch Neubau und Ankauf ihren Wohnungsbestand, der bis 2026 auf ca. 52.000 Wohnungen anwachsen wird. Derzeit bewirtschaftet das landeseigene Unternehmen mit Toch-tergesellschaften einen Bestand von rund 41.000 eigenen Wohnungen, vornehmlich im Berliner Nor-den.

Über die HOWOGE

Die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH ist das leistungsstärkste kommunale Wohnungsunter-nehmen des Landes Berlin. Mit einem eigenen Wohnungsbestand von rund 59.000 Wohnungen ge-hört das Unternehmen zu den zehn größten Vermietern deutschlandweit. Bis 2026 will die HOWOGE ihr Wohnungsportfolio durch Zukauf und Neubau insgesamt auf rund 75.000 Wohnungen erweitern.

 

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