Partizipation Campus im Spektefeld

Bild – Frontansicht des Campus

Partizipationsverfahren

Koordination: die raumplaner

Verfahren: dreistufiges Workshop-Verfahren

Beteiligte:  Schulgemeinschaft bestehend aus Schulleitung, Lehrkräften, Schüler*innen und Elternvertretung, Vertreter*innen des Schul- und Sportamtes des Bezirks Spandau, Generalplaner Thoma Architekten sowie der HOWOGE

Anlass und Ziel

Die Grundschule im Beerwinkel und die Martin-Buber-Oberschule bilden einen gemeinsamen Campus und sollen umfassend in den Bereichen der Haustechnik, des Brandschutzes und der Barrierefreiheit saniert werden. Der notwendige bauliche Eingriff in den Bestand soll genutzt werden, um die Räumlichkeiten beider Schulen umzustrukturieren, eindeutig zuzuordnen und so eine verbesserte Ausnutzung der Bestandsräume zu schaffen. Herausfordernd stellt sich die „molekulare Gebäudestruktur“ dar. Der Wechsel von Nutzungsräumen im Gebäude und dazwischenliegenden Innenhöfen schafft einerseits viele individuell nutzbare Einheiten, bedeutet aber auch eine Ineffizienz hinsichtlich des Energieverbrauchs, der Verkehrswege und Schwierigkeiten für die Orientierung auf dem Campus. Das Verfahren und die Beteiligung der Schulgemeinschaft soll es ermöglichen, bauliche und pädagogische Defizite früh zu erkennen und diese ggf. mit der Sanierung zu beheben.

Informationen zum Projekt Campus im Spektefeld

Der Partizipationsprozess

Workshop 1
Bild – Stärken-Schwächen-Analyse an einer Pinnwand

Bestandsanalyse

In einer ersten Bestandsanalyse stellten die Schulgemeinschaften beider Schulen ihre derzeitigen pädagogischen Konzepte und die jeweiligen Besonderheiten vor. In einer Stärken-Schwächen-Analyse wurde der Ist-Zustand einzelner Bereiche wie Mensa, Aula, Klassenräume und Sporthalle sowie der Schulalltag im Allgemeinen analysiert und erste Anforderungen und Handlungsbedarfe ermittelt. So soll zwar der gemeinsame Campus gestärkt, aber die Möglichkeit geschaffen werden die räumlichen Strukturen der unterschiedlichen Schulformen zu trennen, sodass die jeweiligen Schulen pädagogisch autonom arbeiten können und  als eigenständige Schulen wahrgenommen werden. Die Analyse wurde für beide Schulen separat vorgenommen, aber auch in einem gemeinsamen Workshop erörtert.


Workshop 2
Bild – Plan von einem Musterraum

Bedarfsanalyse

Die Workshops der Bedarfsanalysen fanden für beide Schulen getrennt statt um hier eingehend auf die Bedarfe der jeweiligen Schulform eingehen zu können. Hierbei sollten einerseits die im ersten Workshop erarbeiteten Ideen tiefer analysiert und andererseits weitere besondere Raumbedarfe hinsichtlich der pädagogischen Ausrichtung herausgearbeitet werden, die nicht durch das von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie vorgegebene Musterraumprogramm abgebildet werden. Für verschiedene Bereiche wie Verwaltung, Fachraumbereich oder Mehrzweckbereich wurden konkrete Anforderungen für die weitere Planung definiert sowie zusätzliche Räumlichkeiten z.B. für den Hort der Grundschule berücksichtigt.


Workshop 3
Bild – Menschen die sich Raumpläne an der Wand anschauen

Raumnutzungswerkstatt

Im Workshop der „Raumnutzungswerkstatt“ sollten sich die Beteiligten erstmalig mit einem konkreten Bild der räumlichen Nutzung auseinandersetzen und „planerisch denken“. Die zuvor definierten Anforderungen und Bedarfe sollten dabei am Bestand und dem baulich machbaren gespiegelt werden. Nicht nur bauliche Umstrukturierungen des Raumbestandes flossen in die Überlegungen ein, sondern auch Ideen wie eine Mehrfachnutzung von Räumen pädagogisch umgesetzt werden kann, sodass eine optimale Nutzungsauslastung der vorhandenem Räume erreicht werden kann. So konnten beispielsweise die zuvor definierten „besonderen und zusätzlichen Raumbedarfe“ teilweise im räumlichen Bestand und auch in die Flächenanforderungen des Musterraumprogramms integriert werden.


Ergebnis

Die getrennt durchgeführten Workshops beider Schulen erwiesen sich als sehr vorteilhaft. So konnten die individuellen und teilweise unterschiedlichen Bedarfe sehr detailliert herausgearbeitet werden. Auf Grundlage dieser pädagogischen und schulfachlichen Analyse und der baulichen Untersuchungsergebnisse werden anschließend durch den Generalplaner verschiedene Varianten zur Kernsanierung und der strukturellen Änderung und Flächenerweiterung beider Schulen erstellt.