CUBO und APB

Bild – Am breiten Luch Visualisierung © CUBO

Architektur:
CUBO

APB

Landschaftsarchitektur:
Bruun & Möllers GmbH & CO. KG 

Tragwerksplanung:
Wetzel & von Seht

Technische Gebäudeausrüstung:
Ingenieurbüro Joswig * IBJ

Brandschutz:
[j]-plan GmbH

Erläuterungsbericht zum Wettbewerbsbeitrag

Städtebau

Die Schule Am Breiten Luch soll auf einem strategisch komplexen Grundstück errichtet werden, umgeben und eingeschlossen von Verkehrssystemen und anderen Gebäuden. Der Stadtteil Hohenschönhausen ist geprägt von einer intensiven Bebauung, hoch und monofunktional, zahlreiche Freiflächen wurden geschaffen, nicht zuletzt entlang der Wartenberger Straße und Falkenberger Chaussee. Die neue Schule soll diese Entwicklung unterstützen und dazu beitragen, dass im Zuge des Neubaus auch die Grünflächen an ästhetischer Qualität gewinnen, der Naherholungscharakter gestärkt wird und die Struktur der Wege- und Transportsysteme sich verbessert.

Die Umgebung stellt eine gestalterische Herausforderung dar und erfordert eine differenzierte und intensive Auseinandersetzung mit dem Genius Loci. Entscheidend  ist, die statische und monotone Bauweise der umgebenden Bestandsbauten zu brechen und in moderner Art und Weise zu ergänzen.

Der vorliegende Entwurf schließt optisch an die hohen Fassaden der angrenzenden Wohnbebauung entlang der Straße „Am Breiten Luch“ an und hat vorzugsweise 5 Stockwerke zur Straße, wodurch der Straßenraum definiert wird.  Die Sporthallen werden unter den Schulräumen angelegt, wodurch diese so viel Tageslicht wie möglich erhalten können. Der Schulhof wird nach Nordosten ausgerichtet, wodurch der Anschluss an die Grünflächen, die im Nordwesten und Nordosten verlaufen, erfolgt. Hierdurch öffnet sich die neue Schule zu den Hauptanfahrtswegen und zeigt sich selbstbewusst gegenüber den bestehenden Gebäuden. Die harte Kante der bestehenden Bebauung wird mit Hilfe des neuen, sich zur Grünfläche terrassierenden Baukörpers mit den Grünflächen verknüpft, zwei unterschiedliche Welten miteinander verbunden. Zudem offenbart sich der bereichernde Gedanke des „Compartments“ in der räumlichen, architektonischen, insbesondere kubischen Gestaltung des Neubaus.

Architektonisches Konzept - Mens sana in corpore sano.

Eine gesunde Seele in einem gesunden Körper.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuell grassierenden Pandemie und der Notwendigkeit, ausreichend Platz für jeden einzelnen Schüler und luftdurchspülte Lernfläche zu generieren, sieht das architektonische Konzept für die Schule „Am Breiten Luch“ vor,  sich mit seinen Fassaden maximal zu öffnen und nicht überdachte Freiflächen auf allen Etagen in Ergänzung zu den Klassenräumen anzubieten. Trotz der einzuhaltenden Sicherheitsaspekte bieten diese Dachflächen einen so großen Nutz- und Mehrwert, da sie für den Unterricht und in den Pausen genutzt werden können. Der Gesamtbaukörper wird zudem über zwei Einschnitte in einzelne Gebäudeteile aufgeteilt, wodurch eine gute Größe für eine Compartment-Einheit entsteht und gleichzeitig an der Fassade größere Flächen frei werden, durch die das Tageslicht in die Klassenräumen eindringen kann.

Die zur halben Höhe in den Boden „versenkten“ Sporthallen bieten mit ihren Verglasungen einen sehr attraktiven Einblick in das Schulleben und fördern die Interaktion zwischen Schule und Öffentlichkeit. Die Lage ist die symbolische Integration in die primären Bewegungsströme und somit in das alltägliche Leben in der Schule. Die den Hallen dienenden Räume (u.a. Umkleideräume) befinden sich um Untergeschoss, Amphitreppen und Galerien im EG unterstreichen das Transparenzkonzept der Schule und bieten spannende Durchblicke zwischen den Hallen, dem Foyer, der Mensa und den Fluren. Dem Wunsch, dass auch die Öffentlichkeit und insbesondere Vereine die Sporthallen nutzen sollen und dürfen, wird insoweit Rechnung getragen, als dass in  den Abendstunden die Umkleideräume und eben damit auch die Hallen über ein separates Treppenhaus und barrierefrei über  einen Aufzug betreten werden können.

Der durch das Gebäude verlaufende Foyerbereich unterstreicht die öffentliche Durchdringung des Gebäudes entlang der Eisenbahnstrecke an der Ostseite des Quartiers. Zudem schlägt sich die externe Nutzung der Schule in dem Wunsch nach einer deutlichen Beschilderung für Besucher nieder, sowohl von der Bahn und dem PKW über die Wartenberger Straße und Falkenberger Chaussee.

Neue Bildungsansätze benötigen eine neue Architektur

Das Bedürfnis der Gesellschaft, die Bildungsformen der allgemeinen Transparenz und demokratischen Grundlage anzupassen, macht auch eine Änderung der Gebäudephysik erforderlich.

Die Gebäudestruktur ist für die neue Art und Weise, wie Schüler, Mitarbeiter und Besucher die neue Schule erleben und sich in dieser orientieren, entscheidend. Die Architektur muss den Benutzer daher „ansprechen“, sodass dieser automatisch, geradezuinstinktiv die Organisation des Gebäudes versteht. Der primäre, durch das Gebäude verlaufende Bereich definiert den Zugang zur Schule „Am Breiten Luch“ von Norden und Süden. Der Zugangsbereich von der Straße Am Breiten Luch wird aufgeteilt, sodass ausreichend Platz und hohe Sicherheit gewährleistet werden kann. Der Eingangsbereich verläuft durch die Schule und kreuzt das Herz der Schule, an dem die gesamte Schulverwaltung um eine „soziale“ Treppe angesiedelt wird, die einen gemeinsamen Raum bietet. Offen wird dieser Bereich weiter nach Osten geführt, hierdurch werden die beiden Sporthallen zusammen mit den Gemeinschaftsbereichen, die natürlich zu diesem Bereich ausgerichtet sind durch die Bewegungsströme der Schule eingerahmt und durch diese erlebbar gemacht. Zu den Gemeinschaftsbereichen zählen die Mensa, Kantine, Multifunktionsräume und die Bibliothek, die als offene Attraktionen und Angebot für Schüler, Mitarbeiter und Besucher zugänglich sind.

Der „Anker“ der Schule bietet eine klare Orientierung und universale Zugänglichkeit

Für eine einfache Orientierung dient der durch das Gebäude verlaufende Foyer- und Flurbereich, wie ein „Anker“ bildet er das Herz der Schule. Während sich jedes Compartment, jede „Minischule“ auf allen Etagen durch seine Wiedererkennbarkeit und einheitliche Gestaltung auszeichnet, werden die Erschließungsbereiche auf den verschiedenen Etagen unterschiedlich gestaltet, sodass diese unmittelbar als visuelle Wegweiser durch die Schule fungieren. Rund um den Aufzug, wie ein symbolisches Zeichen der Zugänglichkeit, unterscheidet sich jede Etage durch einen unterschiedlich gestalteten Treppenlauf, Scheiben, die den räumlichen Eindruck brechen, verschiedene Möbel mit Aufenthalts und Lernecken. Von allen Etagen ist über den Verteilungsraum ein Zugang zu den Außenterrassen möglich. Man kann jederzeit ins Freie treten. Die offene Foyerzone verkleinert sich von Geschoss zu Geschoss, da sie natürlich von immer weniger Schülern genutzt wird.

Compartments als Schulen in der Schule

Die einzelnen Compartments sind soziale Einheiten, die eine flexible Balance zwischen dem gemeinsamen und dem „privaten“ Raum erfordern. Es handelt sich um eine Ganztagsschule, welche hohe Anforderungen an die Diversität der Bereiche stellt, in denen sich die Schüler aufhalten, insbesondere in den Foren und Gemeinschaftsräumen der einzelnen Compartments.

Die kompakten Einheiten sind konzeptionell nahezu baugleich, zeichnen sich jedoch durch Varianten innerhalb des gleichen Themas aus. Sie sind auf den einzelnen Etagen in Gruppen angelegt, wie kleine Schulen in der Schule. Nach dem Motto „Kurze Beine, kurze Wege“ befinden sich die Räume des jüngsten Jahrgangs ganz unten, die der Ältesten ganz oben. Der Hauptgruppenraum mit dem Gemeinschaftsraum ist zur Fassade hin orientiert und mit dem inneren offenen Forum und den Serviceräumen, die kein Tageslicht benötigen, verbunden. Die Verglasung zwischen den Klassenräumen und dem Forum sorgt für maximale Transparenz, Schließfächer und Garderoben werden als offene, direkt vom Flur aus nutzbare „Raumteiler“ ausgebildet und verhindern damit Missbrauch und Diebstahl. In Addition mit den Fluren kann das Forum größer gestaltet und in zwei Abschnitte eingeteilt werden, die jeweils eigene Funktionen haben - eine loungige Ruhezone mit viel Licht und eine Aktivitätszone mit sichtbarem Leben auf kleinen Bühnen, die zu sozialem Kontakt einladen. Lernecken mit akustisch wirksamen Oberflächen komplettieren das vielfältige Angebot.

Die Funktionen der verschiedenen Etagen

Die Verwaltung wird strategisch im EG, in der Nähe des Eingangs, untergebracht. Durch ihre Lage bietet sie in der südwestlichsten Ecke eine gewisse „Privatsphäre“. Die benachbarte Bibliothek liegt ebenfalls an der von Nord nach Süd verlaufenden Erschließungszone mit Blick in eine der Sporthallen.

Die Kantine/Mensa wird in die offenen Gemeinschaftsbereiche integriert und die große Freitreppe ins 1. OG ist Teil der räumlichen Möblierung. Hinter der Kantine befinden sich die Küche und der Hauswirtschaftsbereich, sodass der Wareneingang direkt über den Schulvorplatz erfolgen kann. Über den Hauswirtschaftsbereich und die Küche kann der Mehrzweckraum versorgt werden, der wiederum für größere Versammlungen in den Gemeinschaftsbereich integriert und als Erweiterung der Kantine genutzt werden kann. Auch hier bietet sich ein spannender Blick in die östliche Sporthalle.

Unmittelbar hinter der Bühne befinden sich die Musikräume, die zur Nordfassade hin ausgerichtet sind. In östlicher Richtung liegen die Werkstätten mit einem Holz- und Metallmaschinenraum, von dem aus die Außenbereiche gut in den Unterricht integriert werden können.

Im 1. OG befinden sich die Räume der Naturwissenschaften, die um und zum Verteilungsraum mit einer großen Sitztreppe gruppiert werden, zudem ein etwas abgetrennter Bereich mit verschiedenen Gemeinschaftsbereichen und Zugang zu den Außenbereichen. Zur Straße „Am Breiten Luch“ werden die ersten beiden Compartments platziert.

Im 2. OG sind die Fachräume des Kunstbereichs mit Lehrwerkstätten untergebracht, die ebenso eine gute Verbindung zu möglichen Außenbereichen wie Terrassen und Klassenräume im Freien bieten. Der Kunstbereich verfügt ebenfalls über kleine gemeinsame „Amphi-Räume“. Auf dieser Etage befinden sich ebenfalls 2 Compartments und verschiedene Therapieräume, die alle einen Wintergarten nutzen können.

Das 3. und 4.OG sind im Grunde identisch, jeweils mit 2 Compartments und Außenräumen, die an die Gebäudestruktur angepasst sind. Lediglich der Verteilungsraum und die Größe der Außenbereiche unterscheiden sich voneinander.

Materialität

Die neue Schule wird aus zertifiziertem Recyclingbeton gebaut und die Konstruktion des Gebäudes mit Stützen, Balken und Deckenstruktur wird maximale Flexibilität unterstützen. Das Äußere der Fassade ist mit recycelten Aluminiumteilen in einem gedämpften goldbraunen Farbton bedeckt, der goldene Ton ändert sich durch das Licht in den Farben der Natur. Die Fußböden werden nach Absprache mit der Bauherrenschaft entweder in Linoleum, Teppich oder Fliesen und in Farbtönen hergestellt, die der Funktion gerecht werden und die unterschiedlichen, räumlichen Eindrücke untermauern.. Die preiswerten Oberflächen der Innenwände (Holz und / oder Gipskarton) verbessern das Raumklima und unterstützen das nachhaltige Profil des Hauses. Die abgehängten Decken aus nachhaltigen, zementgebundenen und deshalb robusten Holzwolle-Akustikplatten sorgen sowohl für ein gesundes Raumklima als auch für eine optimale akustische Lernumgebung.

Freiraum Sekundarschule Berlin

Der Außenraum präsentiert sich als vielfältiger Freiraum, der den unterschiedlichen Nutzungsansprüchen einer Schule gerecht wird. Er bietet sowohl offene, gut einsehbare Flächen für Sport und Bewegung, als auch die Möglichkeit für Rückzug im Grünen.

Die Haupterschließung und Adresse der neuen Schule liegt im Norden und wird begleitet von einem aktiven Sportbereich, der auch für außerschulische Aktivitäten vorgesehen ist. Zwischen der neuen Sekundarschule und der Martin-Niemöller-Grundschule entsteht ein introvertierter Raum, der den zentralen grünen Schulhofbereich beider Schulen darstellt. Der zentrale Eingangsbereich entsteht an der Falkenberger Chaussee, an der sich auch eine Kiss& Go Zone für die Eltern orientiert. Dieser Ankunftsort für alle Schüler gestaltet sich daher sehr offen und einsehbar mit Stellplatzmöglichkeiten für Fahrräder und Möglichkeiten zum kurzen Aufenthalt. Weitere Fahrrad-Stellplätze befinden sich dezentral auf dem Schul-gelände nahe den Eingängen. Die Küchenanlieferung erfolgt ebenfalls von Norden über den Schulhof, in festgelegten Zeitfenstern wird die Küche ver- und entsorgt.

Der Schulhof zeigt sich in einem ruhigen, einheitlichen, hellen Bodenbelag, der zu den Rändern fließende Übergänge zu grünen, baumbestandenen Rückzugsorten entstehen lässt. Mit Hilfe strukturierender Elementen wie Spielfeldern und speziellen Außenmöbeln entsteht eine große, zusammenhängend nutzbare Fläche mit räumlich differenzierten Nutzungsmöglichkeiten.

Runde Sitzbänke ergänzen die geometrische Formgebung des Gebäudes und setzen durch ihre runde Ausformung einen gestalterischen Akzent auf den Pausenhöfen. Diese großzügigen Holzbänke können mobil ausgebildet werden, um einen Erreichbarkeit der Abwasserdruckleitung zu gewährleisten. In den südlichen, grünen Randbereichen bieten diverse Spielelemente wie z.B. Barren vielfältige Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Somit bieten die kompakten, aber erlebnisreichen Flächen den Schülern optimale Möglichkeiten sich in den kurzen Zeiten der Pausen so zu erholen, wie es jedem beliebt. Sei es ruhig oder laut, sportlich oder gedanklich, meditativ oder aktiv.

Die Dachflächen werden als extensive Gründächer mit Wasserspeichermöglichkeiten ausgebaut, um Wasser zu drosseln und zurückzuhalten. Darüber hinaus wird der Schulgarten auf dem Dach den Biologieräumen als Experimentierflächen zugeteilt und grüne Klassenzimmer auf mehreren Dachebenen den innen liegenden Klassenräumen zugeordnet. Eine Lärmschutzwand entlang des Schulgeländes wird vorerst nicht weiter verfolgt, da die lärmführende Straße merklich höher liegt und eine Lärmschutzwand auf der niedrigen Ebene des Schulgeländes kaum Auswirkungen hätte. Auch würde die Adresse der Schule hinter einer Wand versteckt werden. Es wird empfohlen die Lärmschutzwand entlang der höher gelegenen Straße und entlang der Gleise zu legen.

Tragwerk

Um größtmögliche Flexibilität in der Grundrissgestaltung zu erreichen, wurde das Maß tragender Wandelemente auf das konstruktiv notwendige Minimum reduziert. Die weitestgehend grundfeste Stahlbetonskelettkonstruktion wird bereichsweise durch Verbundstützen aufgrund des hohen Lastaufkommens ergänzt. In Bereichen mit großen Spannweiten und einer bis zu viergeschossigen Überbauung werden Stahlbetonverbundkonstruktionen vorgeschlagen, um die Bauteilhöhen der horizontalen Elemente gering zu halten.

Energiekonzept

Die energetische Zielsetzung wird durch den anzustrebenden KfW 55 Effizienzhaus Standard und das BNB Silber definiert. Die Wärmeerzeugung erfolgt mittels des Anschlusses an das Berliner Verbund-Fernwärmenetz. Primärenergetisch werden die Bereiche Heizung und Warmwasser günstig ausfallen (fp = 0,45). Der Strombedarf für die Lüftung wird mithilfe effizienter Ventilatoren gesenkt. Fenster ohne Unterzüge sorgen für eine maximale Tageslichtausbeute, so dass der Kunstlichtbedarf bereits durch bauliche Maßnahmen minimiert wird. Aufgrund der Raumtiefen wird eine 2-Reihen-Schaltung der LED-Leuten berücksichtigt. Ferner wird aufgrund des auch an sonnigen Tagen anfallenden Strombedarfs für Belüftung und Elektrogeräte eine PV-Anlage zum Einsatz kommen, deren Stromerträge direkt im Gebäude genutzt werden können (wirtschaftlicher als Einspeisung).

Gebäudetechnik

Sanitärtechnische Anlagen
Der Schulneubau erhält im Hausanschlussraum einen Trinkwasserhausanschluss inkl. Zählereinrichtung Filter etc. Von hier werden die Nutzungsbereichen im UG, EG sowie den 3 aufgehenden Bauteilen über Schächte versorgt. Zur Einhaltung der Trinkwasserhygiene werden an den Strangenden automatische Spüleinrichtungen vorgesehen. SW-Leitungen werden im Freigefälle, im UG als Grundleitungen ausgeführt.  Die Küche erhält einen Fettabscheider. Die Warmwasserbereitung erfolgt über Frischwasserstationen zur Versorgung der Nassbereiche, Duschen, Küche und ggf. der WC-Bereiche

Heizungstechnische Anlagen
Es kommen Flächenheizungen zum Einsatz sowie Anbindungen der Register der zentralen RLT-Geräte. Die Sporthallen erhalten Deckenstrahlplatten. Die Verteilung erfolgt parallel zu den Trinkwasseranlagen.

Raumlufttechnische Anlagen
Das Gebäude wird generell mechanisch be- und entlüftet. Auf eine Fensterlüftung ist der Nutzer zur Deckung des Frischluftbedarfs auch insbesondere in Hinblick auf die Lärmbelastung nicht angewiesen. Der Luftwechsel beträgt in den Klassenräumen ca. n = 2 h-1. Die Anlagen werden mit Wärmerückgewinnungen ausgestattet. Eine Kühlung ist generell nicht vorgesehen. Die RLT Anlagen werden außerdem mit einem Bypass ausgestattet. Die Kombination aus Nachtlüftung und thermischer Masse (massive Decken und Außenwände) liefert einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der thermischen Behaglichkeit im Sommer. Die RLT-Anlagen werden nach den jeweiligen Nutzungsbereichen gegliedert (2x Sporthallen, Umkleiden, Küche, MPA, Bauteil A, B, C sowie WC-Bereiche).

Elektrotechnische Anlagen, Starkstrom
Ausgehend vom Niederspannungshausanschluss und der NSHV (Zentrale UG) werden die Nutzungsbereiche aus Bereichs-Unterverteilungen versorgt. Die Zuleitungen erfolgen durch die Steigeschächte. Eine Not-/Sicherheitsbeleuchtung kommt gem. Anforderung zum Einsatz.  Installationen und Beleuchtung gem. Schulbaurichtlinien

FM / IT-Technik
Die Ausstattung erfolgt gem. der Schulbaurichtlinien (Datennetz) sowie im Sinne des Brandschutzes (Brandmeldeanlage)

Fördertechnische Anlagen
Es kommen maschinenraumlose Seilaufzüge zur Personenbeförderung zum Einsatz

Nutzungsspezifische Anlagen
Die Küche wird gem. Nutzungsanforderung ausgestattet. Fettabscheider, Abluftdecken, Löschanlagen etc. sind den jeweiligen Anlagengruppen zugeordnet. Fachräume erhalten je nach Nutzung Medienversorgungen (E/S/RLT/Gase)

Gebäudeautomation
Die MSR-Technischen Anlagen sind den jeweiligen Anlagengruppen zugeordnet. Ggf. erfolgt die Einbindung einer Gebäudeleittechnik zur örtlichen bzw. Fernüberwachung der gesamten TGA-Anlagen

Nachhaltigkeit

Das Entwurfskonzept wurde unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und soziokultureller Aspekte entwickelt. Die Maßnahmen aus dem Pre-Assessment (BNB Silber) finden qualitativ und z.T. auf Grundlage von Nachweisführungen (z.B. Tageslichtverfügbarkeit und thermischer Komfort) Beachtung. Die gegenüber dem gesetzlichen Mindeststandard erhöhten KfW Anforderungen führen während der Gebäudenutzungsphase zu einem günstigeren Ergebnis in der Ökobilanz. In der Herstellungsphase schneidet der zum Einsatz kommende Beton gegenüber einer Holzkonstruktion schlechter ab. Dank der günstigen Lage bzw. kurzen Transportwege kann die ökologische Qualität durch den Einsatz von Recyclingbeton verbessert werden. Die gewählte Konstruktionsart ermöglicht außerdem schlanke Bauteile, die den schallschutz- und brandschutztechnischen Anforderungen gerecht werden. Die thermisch schwere Bauweise wirkt sich in Kombination mit der Nachtlüftung positiv auf die thermische Behaglichkeit im Sommer aus. Die überwiegend zum Einsatz kommende Skelettbauweise ermöglicht den Einsatz von nichttragenden Trennwänden (s. BNB 2.2.2 Anpassungsfähigkeit der Konstruktion).

Lärm- und erschütterungsmindernde Maßnahmen

Aufgrund der besonderen Lärmsituation wurden die sensiblen Räume überwiegend auf der lärmabgewandten Seite platziert. Lüftungsanlagen werden dahingehend dimensioniert, dass eine Fensterlüftung nicht erforderlich ist. Der Schallschutz gegen Außenlärm wird bei einem Fassadenlärmpegelbereich von ca. IV (gem. A10 Gutachten Außenlärm) mit den baulichen Maßnahmen (massive Außenwand und 3-fach Verglasung) eingehalten.

Rationalisierung des Planungs- und Bauprozesses

Durch die intensive Abstimmung unter den Planern in der Planungsphase, die eindeutige und detailliert beschriebene Zuordnung der Verantwortlichkeiten (Schnittstellenliste), eine mit dem Bauherrn fortwährend abgestimmte Kosten- und Terminplanung wird es zu einer effizienten und termingerechten Bearbeitung der Baumaßnahme kommen. Die Beauftragung eines erfahrenen GUs könnte zu einer Rationalisierung im Bauprozess führen, da häufig die Vergabe in Einzelgewerken einen sehr abstimmungsintensiven Bauprozess mit kosten- und zeitlichen Risiken generieren könnte.