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Ein sicheres Zuhause auf Zeit
Dez 2014

Ein sicheres Zuhause auf Zeit

Die Wohnungslosenhilfe der Caritas verhindert, dass Menschen ihr Heim verlieren. Eine Sozialarbeiterin und eine Klientin berichten.

Als Sarah Semachew aus dem Urlaub zurückkam, war ihr Freund weg. Die 25-jährige Frau und ihre zweijährige Tochter warteten vergeblich in der gemeinsamen Wohnung. „Er ist einfach verschwunden“, erzählt Semachew, „heute glaube ich, dass er ausgewandert ist.“ Zurückgelassen hatte ihr Ex nur die Möbel und enorme Mietschulden. Tatkräftig versuchte Semachew die Probleme anzugehen, begann die Schulden abzubezahlen. In kürzester Zeit musste sie ihre Welt neu ordnen: Beziehung, Wohnung, Arbeit. „Wir waren wirklich in Not“, berichtet die junge Frau, die mit 13 Jahren aus Äthiopien kam. Unterstützung fand Semachew bei der Wohnungslosenhilfe der Caritas am Anton-Saefkow-Platz. Seit Juli wohnen Mutter und Kind nun in einer Projektwohnung der Caritas: Zimmer, Küche, Bad. „Auch wenn die Bleibe klein ist: Sie ist warm, und wir haben sie für uns allein“, betont Semachew.

Eine Lebenskrise ist oft Anlass fu?r einen Besuch bei der Caritas. Trennung, Tod oder eine schwere Krankheit können Menschen völlig u?berfordern.

Eine Lebenskrise ist oft Anlass für einen Besuch bei der Caritas. „Trennung, Tod oder eine schwere Krankheit können Menschen völlig überfordern“, erklärt Cornelia Bier (39), Sozialarbeiterin bei Caritas-Wohnungslosenhilfe. Die energische Sarah Semachew ist da ein eher leichter Fall. Zu Cornelia Bier kommen oft Menschen, die unter ihren Problemen zusammenbrechen. „Wenn jemand Mietschulden macht, steckt meist mehr dahinter“, erläutert Bier. Häufig sei es eine Sucht, nach Alkohol oder Glücksspiel. „Irgendwann hören die Leute auf, ihre Post zu öffnen“, so Bier. Einer ihrer Klienten hatte seine kleine Wohnung umfunktioniert: „In einem Zimmer stapelte sich die Post auf großen Bergen.“ Mahnungen und Räumungsklagen blieben unbeantwortet. Erst wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, stellen sich die Betroffenen ihren Problemen. Cornelia Bier und ihre Kolleginnen helfen dann, das Leben neu zu sortieren: Sie .öffnen ungelesene Briefe, verwalten das Einkommen. „Unsere Klienten lernen hier grundlegende Dinge“, erklärt Bier. Was kann ich mir leisten? Wie halte ich Termine ein? In dieser unruhigen Phase bietet die Wohnungslosenhilfe Hilfe und Orientierung. Für Sarah Semachew hat sich alles glücklich gefügt: Im Dezember zieht sie mit ihrem Kind nach Darmstadt. Ihr ehemaliger Chef hat ihr dort eine unbefristete Stelle angeboten, als Schichtleiterin in einem Café.. Verwandte können sich um die Kleine kümmern. „Es war schon hart, das letzte Jahr“, sagt Semachew und lächelt. „Aber Gott sei Dank ist nun alles wieder gut.“

Wohnungslosigkeit verhindern

Die Ambulante Wohnungslosenhilfe der Caritas sorgt dafür, dass Menschen auch in Notfällen ein Zuhause finden. Spenden­möglich­keiten unter www.caritas-spenden-berlin.de.

HOWOGE berät bei
Mietsorgen

Die Zwangsräumung der Wohnung – ein schrecklicher Moment, aber nur das allerletzte Mittel. Auch bei Mietschulden und Notlagen helfen die HOWOGE-Kundenbetreuer weiter und suchen gemeinsam mit dem Mieter nach Lösungen: Telefonnummern und Adressen unserer Kundenzentren finden Sie im Bereich Service für Mieter.