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Blumenvasen selber machen

Do it yourself: Blumenvasen selber machen

In der Keramikwerkstatt von Renate Neef kann jeder lernen, Vasen, Schalen und Figuren aus frischem Ton zu gestalten. Ein Besuch bei der Leopolder Keramikrunde.

Renate Neef weiß eine Menge über Keramik. Vor über 30 Jahren hat die gelernte Werbegestalterin die Mahlsdorfer Töpferrunde für sich entdeckt und inzwischen Hunderte Figuren und Gefäße aus Ton geformt. Doch wenn sie in ihrer offenen Werkstatt in Alt-Lichtenberg einen Kurs gibt, bleibt kaum Zeit für Theorie: „Die Leute wollen gleich ran an den Ton und ihn mit den eigenen Händen bearbeiten“, betont Renate Neef und lacht.

Gemeinsam mit ihrem Mann organisiert sie die „Leopolder Keramikrunde“ in der Leopoldstraße 24. Mittwochs und donnerstags zwischen 17 und 21 Uhr ist immer jemand in der Werkstatt. Auf Anfrage sind auch Schnuppertage oder Kurse möglich. Nach sechs Wochen ist man mit den wichtigsten Techniken der Tonverarbeitung vertraut. Die HOWOGE unterstützt die Keramikrunde. Teilnehmer zahlen nur die Materialkosten.

„Bei der Keramik kann man sich kreativ entfalten und – wenn man möchte – auch mal etwas ganz Irres gestalten“, schwärmt Renate Neef. Unter ihrer Anleitung entstehen die schönsten Gegenstände aus Ton: Buchstützen, Blumentöpfe, Vogeltränken für den Balkon oder Tassen mit dem Namen der Liebsten. „Selbst gefertigte Geschenke kommen von Herzen“, sagt Renate Neef. „Bei der Herstellung sind wir gern behilflich.“

Schritt für Schritt zur Blumenvase

(1) Kneten und schlagen

Kneten und schlagen

Die Menschen töpfern gern – seit über 10.000 Jahren. Auch heute macht es Freude, eine Vase mit eigenen Händen zu schaffen. Der Anfang ist das Schwerste. Zunächst muss der feuchte Ton „geschlagen“ werden: Ein Stück wird in der Mitte auseinandergebrochen und die eine Hälfte auf die andere geklatscht. Diesen Vorgang gilt es etwa zwölfmal zu wiederholen, bis die letzte Luft entwichen ist. Bleibt eine Luftblase eingeschlossen, platzt die Vase im Brennofen.

(2) Töpfern ohne Scheibe

Töpfern ohne Scheibe

Die Arbeit an der rotierenden Töpferscheibe wäre zu kompliziert. Hobby-Keramiker bauen ihre Produkte aus Tonrollen oder -platten auf und schaffen so individuelle Unikate. In diesem Beispiel wird der Ton ausgerollt und dann mit Lineal und Messer in gleichmäßige Streifen geschnitten.

(3) Aufbau in Streifen

Aufbau in Streifen

Auf einer Gipsplatte wird der Vasenboden gefertigt. Auf ihn schichtet die Töpferin Streifen für Streifen die Vasenwände in die Höhe. Die Nähte verstreicht sie sorgfältig, zuerst von innen, dann von außen. Zum Verbinden der Einzelteile dient Schlicker, ein flüssiges Gemisch aus Ton und Wasser.

(4) Glätten und verzieren

Glätten und verzieren

Nach der ersten Trockenphase von rund acht Stunden ist der Ton lederhart. In diesem Zustand kann die Gefäßoberfläche geschnitten, geglättet, gemustert oder auch schon bemalt werden.

(5) Rohbrand vertreibt Wasser

Rohbrand vertreibt Wasser

Im Brennofen erhält die gut getrocknete Vase ihren ersten Brand, den Roh- oder Schrühbrand. Die Temperatur steigt dabei langsam auf bis zu 900 Grad an. So kann erst das physikalisch, dann das chemisch gebundene Wasser langsam aus dem Ton entweichen.

(6) Bemalen und glasieren

Bemalen und glasieren

Die im ersten Brand „geschrühte“ Vase wird vom Staub befreit und – in diesem Fall – in weißer Glasur getaucht und kurz danach mit einem feinen Pinsel bemalt. Die Glasur ist oft ein Höhepunkt der Keramikgestaltung und in ihrer Anwendung äußerst vielfältig. Glasuren gibt es in allen Farben. So lassen sich wirkungsvolle Effekte erzielen, etwa indem vom Vasenhals herab eine zweite Glasurschicht in einer anderen Farbe über die erste läuft.

(7) Glattbrand macht wasserdicht

Glattbrand macht wasserdicht

Die glasierte Vase kommt noch einmal in den Ofen.
Der Glattbrand erfolgt bei 1.080 Grad. Bei höheren Temperaturen sintert der Ton zum wasserdichten Steinzeug.

(8) Fantasievolle Formen

Fantasievolle Formen

Der Fantasie sind beim keramischen Arbeiten kaum Grenzen gesetzt. In der Leopolder Keramikrunde entstehen auch kleinere und größere Kunstwerke wie diese knolligen Figuren von Renate Neef. Die barocken, rundlichen Formen entsprechen ihrem Wesen. Besuchern ihrer Keramikwerkstatt zeigt sie gerne ihre schönsten Stücke.

Kontakt

Leopolder Keramikrunde
Renate Neef
Leopoldstr. 24
Mi/Do 17–21 Uhr
(030) 51 00 98 92
erhard-neef@remove-this.alice-dsl.net