Neubau

So geht gute Nachbarschaft
Mai 2016

So geht gute Nachbarschaft

Gutes Zusammenleben ist kein Zufall. In Friedrichsfelde schafft guter Service ein Umfeld, in dem sich vor allem ältere Mieter zu Hause fühlen. Die Schlüsselfigur dabei ist Concierge Iris Scheppner.

Manche Mietshäuser überzeugen mit einer Tiefgarage, das HOWOGE-Haus in der Mellenseestraße besticht durch eine andere Parkmöglichkeit: eine Garage für Gehhilfen. Gerade fährt Frau Altmann ihren violetten Elektrorollstuhl in den grasgrün gestrichenen Vorbau und steigt mit einer Gehhilfe ab. Mit ihrem Wohnungsschlüssel aktiviert sie eine Steckdose. „So kann ich den Akku wieder aufladen“, erklärt sie. „Das ist supi eingerichtet.“ Im vergangenen Jahr ist die 72-Jährige aus Hessen zurück in ihre Heimat gezogen. Auf der Suche nach einer behindertengerechten Wohnung stieß sie auf das HOWOGE-Angebot in Friedrichsfelde. „Das war das Beste, was mir passieren konnte“, sagt Frau Altmann. „Wenn es mir mal schlechter geht, kommt Frau Scheppner hoch und fragt, wie’s mir geht. Ohne unsere Concierge läuft hier nüscht!“

Concierge

Die gelobte Concierge heißt Iris Scheppner und steht für den besonderen Service in diesem HOWOGE-Haus. Die 53-Jährige arbeitet für den häuslichen Pflegedienst „Biloba“ und sorgt sich um Wohl und Sicherheit der zumeist älteren Bewohner. „Ich spreche fast täglich mit allen Mietern“, erzählt Scheppner, „und wenn’s nur übers Wetter ist.“ Ihr Concierge-Büro hat ein großes Fenster, das sie aufschieben und so in eine Rezeption verwandeln kann. „Es gibt den Leuten Sicherheit, dass immer jemand ansprechbar ist“, sagt sie.

Sicherheit und Service

Die Concierge hilft beim Umstieg vom Rollstuhl ins Auto und nimmt Pakete entgegen. Sie ermittelt bei Bedarf Adressen oder Busverbindungen. Dabei arbeitet sie eng mit dem Hausmeister und den Kiezhelfern der HOWOGE zusammen. Die Kiezhelfer sind ein Angebot, das jeder HOWOGE-Mieter mit gesundheitlichen Einschränkungen nutzen kann. Sie begleiten ältere Menschen zum Arzt oder helfen beim Umräumen.

Altersfreundliches Quartier

Die drei Häuser in der Mellenseestraße sind ein Pilotprojekt der HOWOGE. Das frühere Studentenwohnheim wurde bei der Sanierung ganz auf Senioren zugeschnitten: Eingänge ohne Stufen gewähren freie Fahrt für Rollstühle und Rollatoren. Die meisten Wohnungen haben niedrige Schwellen und bodengleiche Duschen. Aber die Ausstattung der Gebäude wäre weniger wert, wenn es nicht Iris Scheppner gäbe. Sie hat noch eine weitere wichtige Aufgabe: Die Concierge ermöglicht Nachbarschaft.

Gemeinschaftsräume

Zwei Gemeinschaftsräume mit eigener Küche erleichtern den Bewohnern das Zusammenkommen. Iris Scheppner sorgt dafür, dass dieser Nachbarschaftstreff fast täglich ausgelastet ist: Dienstags räumt sie Tische beiseite für die Seniorengymnastik. Donnerstags kocht sie Kaffee für die Kartenspieler. „Ich habe mal mit drei Kartenspielern angefangen, inzwischen sind beide Räume voll: Dass die Nachbarschaft funktioniert, das liegt vor allem an diesen beiden Räumen hier.“

Veranstaltungen

Bastelrunde

Gerade sitzen sechs ältere Damen auf dunkel gebeizten Stühlen um den Tisch im Nachbarschaftstreff und stoßen an – mit Eierlikör aus fingerhutgroßen Schokoladenbechern. „Endlich bin ich volljährig“, ruft Veronika Blumenthal und lacht. Die 79-Jährige ist die Initiatorin der Bastelrunde, die sich montags hier zum Handarbeiten trifft. An den Wänden hängen einige ihrer Arbeiten: Auf einem Ast tummeln sich aus Papier gefaltete Vögelchen. Offiziell dauert das Angebot nur zwei Stunden, aber: „Das ist uns immer zu kurz“, erklärt Veronika Blumenthal, „dann bekomme ich von Frau Scheppner den Schlüssel, und wir können bleiben.“
Ihre Mitbastlerin Renate Döhl lebt seit dem Tod ihres Mannes allein und ist froh, dass sie so leicht Anschluss findet. „Ich bin nur hierhergezogen, weil es diese Gemeinschaftsräume gibt“, sagt die 74-Jährige. „Eigentlich bin ich eine selbstbewusste Frau, aber mit dem Alter werde ich weinerlicher.“ Dann tut Gesellschaft gut. „Du kannst hierher gehen – oder du kannst es lassen“, sagt Renate Döhl, „gerade in der Bastelgruppe habe ich so herzliche Menschen kennengelernt.“

Renate Döhl (74)
Engagement: Mieterin Renate Döhl (74) schmückt mit den Damender Bastelrunde den Vorgarten mit selbstgemachter Osterdekoration

Das Konzept des altersfreundlichen Wohnens geht auf. Der besondere Service sorgt so dafür, dass gute Nachbarschaft entsteht. Und die gedeiht besser, wenn es nicht nur die richtigen Räume, sondern auch einen Menschen gibt, der das Miteinander organisiert – so wie Iris Scheppner. Manchmal profitiert auch die Concierge vom guten Klima in der Mellenseestraße. „Die Mieter verwöhnen mich alle“, sagt sie und lächelt. „Als ich mal doll erkältet war, hat mir eine Mieterin eine heiße Hühnersuppe vorbeigebracht.“

 

 

Altersfreundlich Wohnen

Mietinteressenten wenden sich an das Kundenzentrum Karlshorst, Treskowallee 109, (030) 54 64 32 00, kuzkh@remove-this.howoge.de

Beratung für Senioren

Der Pflegedienst „Biloba“betreibt mit Unterstützungder HOWOGE das„Quartierszentrum AmTierpark“. Hier erhaltenältere Anwohner Auskunftzu sozialen und pflegerischen Angelegenheiten.

Erich-Kurz-Str. 7,
(030) 51 06 11 26,
Mo–Fr 9–16 Uhr,
www.biloba-pflege.de

Rüdiger Vogt (56)

Barrierefreiheit
Rüdiger Vogt (56) ist aufden Rollstuhl angewiesen.Dank Rampe undLift ist er auch ohnefremde Hilfe mobil

Gemeinschaftsraum

Gemeinschaftsräume
Zwei gemütliche Gemeinschaftsräume bieten Platz für Veranstaltungen. Den Schlüssel verwaltet die Concierge