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Frühlingsboten im Steilflug

Frühlingsboten im Steilflug

Berlin erwacht nach dem Winter wieder zum Leben: Überall fröhliches Gezwitscher aus vollen Kehlen. Die Zugvögel kehren zurück – und fühlen sich auch zwischen Hochhäusern und vielen Menschen wohl.

Keine Sorge, die Dame mit dem Fernglas an der Straßenecke ist kein Langfinger, der den nächsten Einbruch plant. Beate Kitzmann und auch ihre Kollegin Beate Schonert beobachten Vögel im Auftrag der Stadt. Werden Häuser saniert oder gebaut, ziehen die Fachfrauen der Naturschutzstation Malchow los und kartieren die Tierwelt der Lüfte. „Wir bestimmen, welche Arten an einem Standort leben und wo geeignete Nistplätze sind“, erklärt Artenschutz-Spezialistin Beate Schonert. Verschwinden Nistmöglichkeiten wegen eines Umbaus, muss der Bauherr sie ersetzen.

Auch die HOWOGE ist der Artenvielfalt verpflichtet. Sogar bei Neubauten verlangt das Baurecht Natur- und Vogelschutz. Ulrich Spielbrink, Leiter des Neubauprojektes Treskow-Höfe, erklärt: „Bei allen Baumaßnahmen holen wir vorher ein Artenschutzgutachten ein, um vorhandene Nistplätze zu ersetzen.“ Im neuen Quartier in Karlshorst leben nicht nur Blaumeise und Hausrotschwanz, sondern auch Fledermäuse.

Berlin bietet erstaunlich viele Nischen für das geflügelte Volk. Hohenschönhausen zum Beispiel ist voller Mauersegler. Der Sturzflieger brütet gern an Felsenund fühlt sich auch an steilen Hochhauswänden heimisch. „Es ist erstaunlich, welche Leistungen dieser Vogel vollbringt“, schwärmt die Geschäftsführerin der Naturschutz-Station Beate Kitzmann. „Sie verbringen praktisch ihr ganzes Leben in der Luft und schlafen sogar im Fliegen“, so Kitzmann. „Wie bei Delfinen ruht immer nur eine Gehirnhälfte.“ Bis zu 300 000 Kilometer legt der Zugvogel pro Jahr zurück. Auf der Jagd rast er mit über 100 Stundenkilometern durch die Mauerschluchten. Praktisch für die zweibeinigen Nachbarn: „Vögel fressen eine ganze Menge unangenehmer Insekten “, betont Kitzmann. Ein brütendes Mauersegler-Paar schnappt täg- lich bis zu 100 Gramm Futter zusammen.

Das entspricht mehr als 20 000 Insekten oder Spinnen. Beate Schonert bittet deshalb um Nachsicht für die gefiederten Anwohner. Um die Hinterlassenschaften der Vögel auf dem Balkon zu beseitigen, braucht es meist keine Chemie. Eine Bürste und warmes Seifenwasser tun oft Wunder.

Abgesehen von der Balkonreinigung haben die Mieter der HOWOGE keinerlei Mühen mit den Nistplätzen. Die Vogelschutz-Investitionskosten übernehmen die Bauherren. Und um die Wartung der Kästen kümmert sich die Naturschutz-Station.

Die kleinen Eingriffe ins Baugeschehen liefern beachtliche Ergebnisse. „In Hamburg wurden durch Sanierungen viele Niststätten beseitigt“, berichtet Beate Kitzmann. Die Zahl der Haussperlinge sei um 70 Prozent gesunken. Berlin konnte den Bestand erhalten. „Das ist ein Erfolg, den die Stadt herausstellen kann“, sagt Kitzmann. „Viele Bewohner freuen sich ja sehr, wenn es im Frühling vor ihrem Haus wieder singt und tschilpt.“

Wartenberger Frühlingstag

Das Umweltbüro Lichtenberg lädt zum Wartenberger Frühlingstag. Es gibt viele Informationen zum Thema Umweltund Natur, regionale Leckereien und eine vom Fahrradklub ADFC geführte Zweirad-Tour durch die Feldmark.
26. April, 11–18 Uhr, Festplatz im Dorf Wartenberg,
www.umweltbuero-lichtenberg.de

Storchenfest in Malchow

Ein Familienfest rund um das Storchennest auf dem Gelände der Naturschutz- Station Malchow. Es gibt Marktstände mit Bioprodukten, traditionelles Handwerk und viel Musik, aber auch Vorträge über die Störche sowie Führungen durch Kräutergarten und Imkerei.
11./12. Juli, 13–18 Uhr, Naturschutzstation Malchow, Dorfstr. 35, Malchow,
www.naturschutz-malchow.de

Adebar auf Reisen

Verfolgen Sie die langen Flugrouten der NABU-Störche auf einer interaktiven Weltkarte – von Kenia bis Norddeutschland

Bei dem Projekt „Weißstörche auf Reisen“ hat der Naturschutzbund NABU Weißstörche besendert, um die Zugrouten der Vögel besser untersuchen zu können. Die Solarsender werden wie Rucksäcke auf dem Rücken befestigt und behindern die Weißstörche nicht. Die Signale der Sender werden in einer Karte dargestellt und in einem Tagebuch kommentiert. Verfolgen Sie die Reise unserer Störche: www.nabu.de