Meine HOWOGE

300 Dosen Farbe

300 Dosen Farbe

Das Kunst-Duo JBAK erweitert die „Lichtenberg Open ART“-Galerie. Im Sommer entsteht ein 32 Meter hohes Bild an einer Hauswand in der Landsberger Allee.

Lichtenberg bekommt ein Riesengemälde: Auf eine Hausfassade der HOWOGE gestaltet das Künstlerduo JBAK drei überlebensgroße Menschen. Das Werk von James Bullough (35) and Addison Karl (31) ist das zweite, das im Rahmen der HOWOGE-Initiative „Lichtenberg Open ART“ (LOA Berlin) entsteht. Die beiden US-Amerikaner erklären uns Ihre Kunst.

Herr Bullough, Herr Karl, Sie malen in 32 Metern Höhe. Ist das normal für Sie?
Karl:
Für uns ist es das bisher größte Gemälde. Wir haben aber Übung: In Phoenix haben wir eine 25 Meter hohe Wand bemalt.

Auf ihrem Motiv balanciert ein Mensch zwei andere auf seinen Schultern.
Wie sind Sie auf dieses Motiv gekommen?

Bullough: In unseren Wandgemälden versuchen wir immer, die abgebildeten Personen mit dem Gebäude interagieren zu lassen. So machen wir das auch in Lichtenberg: Die drei Menschen berühren die Wand, sie klettern aufeinander, um an ihr hochzukommen.

...und erinnern dabei an ein Totem.
Karl:
 Ganz genau. Viele Kulturen benutzen Totems, um ihre Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft zu zeigen. Das gilt nicht nur für Indianerstämme, sondern zum Beispiel auch für Gemeinschaften in Asien oder Osteuropa. Unser Totem soll die Vielfalt Berlins repräsentieren, deshalb zeigen wir drei Menschen, die hier leben und arbeiten.

Wie bekommen Sie das Motiv überhaupt auf die hohe Hauswand?
Karl: Wir legen ein Raster aus Rechtecken auf die Wand. Dann zerlegen wir ein Foto nach diesem Raster auf viele Einzelseiten und übertragen sie Stück für Stück.
Bullough: Zuerst machen wir die groben Umrisse. Dazu projizieren wir das Foto bei Dunkelheit auf die Wand und markieren das Grundraster.
Karl: Sobald wir das haben, beginnt der Spaß: Wir füllen die Umrisse aus, arbeiten an den Details. Dazu brauchen wir etwa 300 Spraydosen Farbe. 

Sie haben sich 2011 in Berlin kennengelernt.
Gibt es Ihr erstes gemeinsames Werk noch?

Bullough: Nein, unser erstes JBAK-Gemälde ist im Hinterhof einer Galerie in Mitte entstanden. Das Haus wurde inzwischen saniert. Aber einige unserer ersten Bilder, unter anderem einen Indianer, kann man auf dem Teufelsberg sehen. Sie existieren immer noch, obwohl dort fast täglich neue Graffiti über die alten gesprüht werden.

Ansichts-Konzeptskizze der Fassade Landsberger Allee 228b
Ansichts-Konzeptskizze der Fassade Landsberger Allee 228b