Mein Berlin

Tannenschlagen im Märchenwald

Tannenschlagen im Märchenwald

Immer mehr Berliner sägen sich ihren Weihnachtsbaum selbst: ganz offiziell in einem Brandenburger Forst. Bauer Detlef Nietsch aus Tiefensee weiß, wie das am besten geht.

Ein kurzer Stopp am eingezäunten Baumparadies, einwickeln lassen, bezahlen und ab ins Auto: Langweiliger kann Weihnachtsbaumkauf kaum sein. Es geht auch anders, mit Spaß für die ganze Familie. Wer Lust darauf hat, würzigkalte Waldluft zu schnuppern, „seinen“ Baum zu finden und selbst zu fällen, hat dazu im Berliner Umland viele Möglichkeiten. Etwa ein Dutzend private Waldbesitzer und Förstereien laden in der Adventszeit zum Weihnachtsbaumschlagen ins Brandenburgische. So wie Detlef Nietsch aus Tiefensee, einem Ortsteil von Werneuchen.

Drei Nadelbaumarten

Vor über 15 Jahren hat der Bauer den „Märchenwald“ angelegt, wie er seine Schonung mit Tausenden Nadelbäumen nennt: grazile Serbische Fichten (1) mit elegant geschwungenen Ästen, die viel tragen können; die beliebte Nordmanntanne (2), die kaum duftet, aber lange frisch hält und nicht so stark pikst; oder vielleicht eine Schwarzkiefer (3)? Schmuck lässt sich wegen ihrer langen Nadeln nicht so leicht befestigen, dafür entschädigt sie mit feinem Harzduft und frischem Grün, auch noch nach mehreren Wochen. An den Adventswochenenden kommen oft Hunderte Besucher, um bei Detlef Nietsch den Traumbaum zu schlagen. „Obwohl schlagen nicht richtig ist“, betont der Chef vom Märchenwald und rät seinen Kunden zu einer guten Bügelsäge. Wer mit einem rostigen Fuchsschwanz anreist, kann auch eine ausleihen. Damit Neulinge wissen, wie man einen Baum richtig erntet, gibt Detlef Nietsch eine persönliche Einweisung und verteilt Handzettel mit Infos zu den verschiedenen Arten. Ab 20 Euro kostet der laufende Meter. Mit 50 Euro müsse man schon rechnen, so der ostbrandenburger Bauer. Seine Bäume sind zwar nicht billiger als auf den Parkplatzmärkten in der Stadt, „aber dafür ungespritzt, öko und nicht wie aus dem Standardkatalog“. Einen eigenwilligen Wuchs mit drei Spitzen macht der lustige Landwirt den Kunden als einzigartigen „Hexenbaum“ schmackhaft. Vor allem junge Familien sägen sich gern ihren individuellen Weihnachtsbaum. Detlef Nietsch hat einen neuen Trend festgestellt: Immer mehr Berliner stellen den Weihnachtsbaum schon einige Tage vor dem Fest auf, weil das so schön duftet. Seine Colorado- Tannen riechen sogar nach Zitrone.

Gewinnspiel:

Gewinnen Sie einen selbst geschlagenen Baum Ihrer Wahl (bis zwei Meter Höhe). Die HOWOGE übernimmt den Kaufpreis. Einsendeschluss: 9.12.2016. Senden Sie Name, Adresse und Telefonnummer an:
HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH, Unternehmenskommunikation und Marketing.
Oder an: mieteinander@remove-this. howoge.de


Weihnachtsbaumwälder im Nordosten Berlins

Werneuchen: Weihnachtsbäume bei Bauer Nietsch

Bis 24. Dezember, täglich von 10 Uhr bis zum Anbruch der Dämmerung Seeweg 3, 16356 Werneuchen, Ortsteil Tiefensee (40 km von Berlin-Hohenschönhausen).
www.bauer-nietsch.de

Oberkrämer: Krämerwaldhof Köhler

Bitte Anmeldung unter kraemerwaldhof@ gmx.net Am Krämerwald 13, 16727 Oberkrämer (40 km von Berlin-Hohenschönhausen).
www.kraemerwaldhof.de

Sydower Fließ: Gärtnerei G. Schubert

Täglich bis 23. Dezember, „von hell bis dunkel“, beste Anfahrt über Bernau Mühlenbergweg 9, 16230 Sydower Fließ, Ortsteil Grüntal (45 km von Berlin-Hohenschönhausen).
www.gärtnerei-gschubert.de

Mellensee: Weihnachtsbaumwald

Bis 24. Dezember, täglich 8–16 Uhr, 24. Dezember bis 12 Uhr 15838 Am Mellensee, Ortsteil Mellensee am Mokeweg, von dort den Hinweisschildern folgen (60 km von Berlin-Hohenschönhausen).
www.weihnachtsbaum-selbstschlagen. de