Kiezgeschichten

Zwischen Bohnen und Beeten
Jul 2014

Zwischen Bohnen und Beeten

Arbeit, die Spaß macht: Im Gemeinschaftsgarten Wiecker Straße kümmern sich Anwohner um das Grün und verschönern so ihr Viertel

Zwischen den hellblauen Häusern des Ostseeviertels liegt eine große grüne Insel: der Gemeinschaftsgarten an der Wiecker Straße. Hier gibt heute die Natur ein Konzert: Amseln singen, Spatzen zwitschern, der Wind rauscht durch Pappeln und blühende Fliederbüsche. Seit 2011 haben sich die Nachbarn 6000 Quadratmeter Natur erobert, Schutt geräumt, Sträucher beschnitten und frische Erde aufgetragen – unterstützt von der HOWOGE, die das Gelände derzeit gepachtet hat. „Die letzte Ernte war super“, berichtet Gärtnerin Heidemarie Schoof (72), „wir haben 16 Kilo Bohnen geerntet.“ Unterstützt wird die Garteninitiative von der Umweltkontaktstelle Lichtenberg. Leiterin Anne Haertel (41) hat schon 17 Beete vergeben, etwa 40 Menschen engagieren sich. „Einige Leute wollen gar kein eigenes Beet haben“, erklärt Haertel, „aber sie helfen gern mit.“

Die letzte Ernte war super. Wir haben 16 Kilo Bohnen gepflückt.

Im Vordergrund steht die gemeinsame Arbeit. „Der Garten soll unterschiedliche Menschen zusammenzubringen“, erklärt Haertel: Am Kinderbeet können sich die Jüngsten ausprobieren, und am Hochbeet gärtnern auch Rollstuhlfahrer. „Erstaunlich, dass noch Beete frei sind“, sagt Silke Affinass. Eines davon hat sich die 35-Jährige gesichert. Seit 2013 lebt sie mit Freund Artur Radkiewicz (37) und Sohn Paul (7 Monate) in Hohenschönhausen. „Am Anfang war es viel Arbeit“, erzählt Affinass, „aber inzwischen fühlt es sich an wie ein Kurzurlaub. Man kommt her und denkt sich nur: schön!“ 

Service

Kreatives Lernen

Der Interkulturelle Garten in Lichtenberg bietet Workshops für Natur- freunde jeden Alters an. Grundschüler können hier erleben, wie Honig entsteht oder wie Schafswolle zu Stoff verarbeitet wird. Nachmittags laden dann offene Werkstätten die Erwachsenen ein, zum Beispiel dienstags zum Korbflechten.
www.interkulturellergarten.de

Kräuter hoch!

Schnittlauch und Basilikum verleihen Stadtgärten eine aromatische Note. Tipp: Legen Sie für Ihre Kräuterpflanzen ein Hoch- oder Inselbeet auf einer größeren Rasenfläche an. Bitte beachten: Die Erde wird dort sehr nährstoffreich. Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Majoran brauchen aber eher kargen Boden.