Kiezgeschichten

Vom Tontechniker zum Superlehrer
Jun 2015

Vom Tontechniker zum Superlehrer

Robert Heinrich vom Johann-Gottfried-Herder- Gymnasium wurde zum „Lehrer des Jahres“ gewählt. Die Auszeichnung verdankt er seinen Schülern.

Diskussionen mit dem amerikanischen Botschafter, Besuche im Bundestag und als Podcast gesprochene Hausaufgaben: Robert Heinrich macht Geschichte und Politik anschaulich. Seine Schüler am Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium in Berlin-Lichtenberg wissen das zu schätzen. Auf Anregung einiger Abiturienten ist der 41-jährige Pädagoge im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet worden. „Als ich die Mitteilung gelesen habe, dachte ich, das muss ein Irrtum sein“, sagt Robert Heinrich. Erst nach einer Mail vom Philologenverband, zuständig für Sprachenlehrer, war er überzeugt.

Für die „Deutsche Welle“ traf Robert Heinrich einst Hollywood-Stars. Erst mit 30 Jahren entschied er sich für ein Lehramtsstudium.

Gefreut hat er sich vor allem über die Begründung, mit der ihn seine Schüler vorgeschlagen haben. Er habe gezeigt, wie lebendig Geschichte und Politik sein können, und habe Schüler dazu gebracht, eigene festgelegte Meinungen zu hinterfragen. Robert Heinrich sieht den Preis als Auszeichnung für das ganze Kollegium: „Dort kann ich mich frei äußern und bekomme viel Unterstützung – ohne ein gutes Kollegium kann man kein guter Lehrer sein.“

Begeistern können sich Robert Heinrichs Schüler auch für sein früheres Berufsleben als Tontechniker. Für die „Deutsche Welle“ traf er einst Hollywoodstars wie Dustin Hoffman. Erst mit 30 Jahren entschied er sich für ein Lehramtsstudium. Nach seiner Ausbildung in Lichtenberg zog es ihn ins Ausland – doch das Lehrerteam am Herder-Gymnasium hat ihn überzeugt, im Stadtteil zu bleiben. Robert Heinrich ist nach Robert Rauh vom Barnim-Gymnasium bereits der zweite Lichtenberger Lehrer, der den Deutschen Lehrerpreis erhalten hat. Liegt das am Stadtteil? „Ich glaube schon“, sagt Robert Heinrich. „Ich habe meine gesamte Ausbildung in Lichtenberg gemacht, und das war eine durchweg positive Erfahrung.“

Für seinen Unterricht hat Robert Heinrich eine Regel aufgestellt. Sie lautet: Respekt. „Dazu gehört aktives Zuhören und aufeinander Eingehen“, erklärt Robert Heinrich. „Der Rest ergibt sich von allein.“ Seine Schüler schätzt er als wissbegierige Menschen. Bei Diskussionen seiner Oberstufe mit Bundestagsabgeordneten geht es oft kontrovers zu. „Meine Schüler haben Lust, sich mit einem Problem zu beschäftigen“, sagt Robert Heinrich – ein toller Erfolg für einen Politiklehrer. Zu Hause stellen ihn seine beiden kleinen Söhne vor ganz andere Herausforderungen. „Das erdet mich jeden Tag“, sagt er. „Meine Familie ist das Wichtigste.“ 

Schule aus, der Spaß beginnt

In Berlin werden Sommerferien nie langweilig. Viele Organisationen bieten betreute Sommer-Events, zum Beispiel der Tierpark (siehe S. 9). Die Kinder haben Spaß, die Eltern können entspannen. Viele Tipps auf

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