Kiezgeschichten

Kino für zu Hause und Training im Sitzen

Kino für zu Hause und Training im Sitzen

Die Seniorenresidenz Casa Vita in Charlottenburg verbindet Komfort und Unabhängigkeit der eigenen Wohnung mit praktischen Services für ältere Menschen – eine sinnvolle Kooperation von Johannitern und HOWOGE.

Kommt der Filmfan nicht zum Kino, dann kommt das Kino zu ihm. So läuft das in der Casa Vita „Kürzlich haben wir einen richtigen Kino- Nachmittag organisiert“, erzählt Anett Ribbe. Sie leitet den  Wohnservice der Johanniter-Unfall-Hilfe und ist auch für die Seniorenresidenz in Charlottenburg zuständig. „Wir hatten eine große Leinwand und sogar einen Bauchladen mit Eiskonfekt“, berichtet sie.

Der Kinotag ist nur eine von vielen Veranstaltungen in der Casa Vita: Täglich gibt es einen Mittagstisch, auch an Sonn- und Feiertagen. Einmal in der Woche ist Kaffeetreff mit Gedächtnistraining und Gymnastik im Sitzen. Besonders beliebt ist der Ausklang des Abends: Alle singen gemeinsam altdeutsche Lieder.

Die Wohnungen in dem Gebäude gehören seit 2014 mehrheitlich der HOWOGE. Sie vermietet diese, die Betreuung leisten die Johanniter. Zum Leistungskatalog gehört etwa ein Wäscheservice, aber auch ein Ansprechpartner im Haus, der Arztbesuche organisiert. Für Termine außer Haus steht ein Fahrdienst bereit.

Praktikantinnen helfen beim Gang zum Speisesaal und unterstützen die hauptamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei den Aufgaben, für die im Arbeitsalltag wenig Zeit bleibt: Zuhören, Vorlesen oder Geschichtenerzählen. Die jungen Helferinnen sammeln so wertvolle Erfahrungen für die Berufswahl.

Anders als im Seniorenheim gibt es in der Casa Vita keine Betreuung rund um die Uhr. „Eine Intensivpflege ist im Konzept des Servicewohnens nicht vorgesehen“, betont Anett Ribbe. In vielen Fällen reiche ein mobiler Pflegedienst, den die Mieter hinzubuchen können. „Wir möchten die Selbstständigkeit unserer Mieter fördern“, beschreibt Anett Ribbe das Wohnkonzept der Casa Vita. „Tatsächlich ist es aber so, dass die meisten unserer Mieter das Haus nicht mehr allein verlassen möchten. Bis auf eine Dame trauen sie sich nicht mehr alleine ins Kino oder ins Theater.“ Der Altersdurchschnitt liegt bei Mitte 80, die älteste Mieterin ist 102.

Umso wichtiger sind die Gemeinschaftsangebote im Haus, so wie Mittagstisch und Kinotag. Das volle Programm in der Casa Vita kommt den Lebensgewohnheiten älterer Menschen entgegen. „Die Mieter tauschen sich dabei aus und verabreden sich“, sagt Anett Ribbe. Die regelmäßigen Begegnungen beheben zugleich eine der größten Sorgen alleinstehender Menschen: im Notfall ohne Hilfe zu sein. „Die Mieter achten aufeinander und sagen sofort Bescheid, wenn sie einen Tag lang nichts von ihrem Nachbarn hören“, berichtet Anett Ribbe. Man sieht sich ja ständig. Schließlich gibt es in der Casa Vita immer einen Anlass zusammenzukommen – zumindest beim täglichen Mittagstisch sind alle dabei.

Praktikantin Maide (19) zu Besuch bei Klaus Meyer (89)
Praktikantin Maide (19) zu Besuch bei Klaus Meyer (89)

Seniorenresidenz Casa Vita

Hohenzollerndamm 28, Informationen gebührenfrei unter (0800) 32 33 800 oder per Mail an casavita.berlin@remove-this.johanniter.de (Anett Ribbe). 

Erste Informationen online unter www.johanniter.de/rv-berlin.