Kiezgeschichten

Ein Star zum Anfassen

Ein Star zum Anfassen:
vom „Landarzt“ in die Kiezspinne

Im Fernsehen ist Franziska Troegner bundesweit ein bekanntes Gesicht. In Lichtenberg kann man sie live erleben: Mit ihrer Talkshow im Nachbarschaftshaus Orangerie.

Wildfremde Passanten schließen sie in die Arme. „Viele Menschen wollen mich unbedingt mal drücken, wissen aber nicht, wie ich heiße“, erzählt die Berliner Schauspielerin Franziska Troegner. „Sie kenne ich doch! Sagen Sie mir doch mal Ihren Namen!“ – unzählige Male hat die blonde Künstlerin diese Aufforderung schon gehört. Sie nimmt’s mit dem rustikalen Humor, für den ihre Fans sie lieben. „Ich freue mich natürlich auch darüber. Diesen Beruf wählt man nicht, um im Untergrund zu arbeiten.“

Im Rampenlicht stehen – das ist für Franziska Troegner seit Kindertagen selbstverständlich, obwohl ihre Eltern, beide selbst Bühnenprofis, das eigentlich verhindern wollten. „Ich passte schon damals nicht in die gängigen Schlankheitsrichtlinien, und meine Eltern wussten, dass Schauspielerinnen meist unterbeschäftigt sind.“ Trotzdem zog es Franziska Troegner schon als Kind auf die Bühne, wo sie sich mit viel Energie und neuen Ideen immer wieder behauptete.

Heute blickt sie zurück auf 20 Jahre am Berliner Ensemble, auf mehr als 500 Hörspielrollen, über 100 Fernsehproduktionen und zahllose Soloprogramme als Kabarettistin. Populär wurde sie mit ihren Rollen in den TV-Serien „Hallervordens Spottlight“, „Der Landarzt“ und „Mama ist unmöglich“. Einmal führte ihre Karriere die Berlinerin auch nach Hollywood: Im Jahr 2004 spielte sie an der Seite von Johnny Depp unter der Regie von Tim Burton im Kinofilm „Charlie und die Schokoladenfabrik“.

Trotz aller Erfolge kennt die Schauspielerin auch Saure-Gurken-Zeiten. „Immer wenn sich Lücken ergaben, habe ich an meinen eigenen Bühnenprogrammen gearbeitet, viel gelesen, Material gesammelt und Noten ausprobiert.“ Dabei herausgekommen sind witzige Soloabende, mit denen sie regelmäßig zu sehen ist, an Silvester  etwa im Steglitzer Schlosspark Theater. Die Lichtenberger kennen sie vor allem aus ihren Auftritten im Nachbarschaftshaus Orangerie. Als „besondere Freundin des Hauses“ lädt die prominente Berlinerin hier viermal im Jahr zu ihrer Live-Talkshow „Zu Gast bei Franziska Troegner“ ein.

Dann plaudert sie mit Gästen aus der Bühnen- und TV-Szene, die sie persönlich kennt, oder mit Promi-Sportlern: Im März kommt die frühere Eiskunstlauf-Weltmeisterin Christine Errath. Dem Trägerverein Kiezspinne hat sie auch schon einmal ihren Geldgewinn aus einer Benefiz-Quizsendung gespendet. Aus der flüchtigen Bekanntschaft wurde enge Verbundenheit. „Ich mag den Raum und finde das Engagement der Kiezspinne toll.“ In der Orangerie tritt sie ehrenamtlich auf und verlost dort auch Freikarten fürs Schlosspark Theater. „Das mache ich einfach gern für die Menschen, die nicht genug Geld für Theaterbesuche haben, aber mal etwas Neues sehen und erleben möchten.“

Talk in der Orangerie

„Zu Gast bei Franziska Troegner“ sind im Winter der Sänger Jürgen Walter („Schallala Schallali“) und Christine Errath, die EiskunstlaufWeltmeisterin von 1974. Für 2016 sind Jörg Schüttauf und Walter Plathe angefragt. 5.12.2015 (Jürgen Walter), 5.3.2016 (Christine Errath), 18.6.2016 (Uwe Madel und Andreas Püschel), jeweils 19 Uhr, Orangerie, Schulze-BoysenStr. 38
www.kiezspinne.de/nachbarschaftshaus

Silvester-Solo

„Hast du eben was gesagt, Schatz?“ – „Nein, das war gestern.“  Franziska Troegner besingt und bespricht Szenen und Tränen einer Ehe.
31.12.2015, 14 und 17 Uhr,
Schlosspark Theater, Schlossstr. 48
www.schlosspark-theater.de