Kiezgeschichten

Danke, habt ihr gut gemacht!
Mär 2015

Danke, habt Ihr gut gemacht!

In drei Beständen der HOWOGE arbeiten Mieterbeiräte. Sie informieren die Nachbarn und schauen, wo es etwas zu verbessern gibt. Mit Erfolg.

Das Nachbarschaftshaus „Orangerie“ leuchtet. Knallig orange strahlt es durch die Zweige in der Schulze-Boysen-Straße. Innen duftet es nach Curry, im Imbiss plaudern zwei Männer. Im ersten Stock wird hart gearbeitet. Der Mieterbeirat Frankfurter Allee Süd tagt in einem kleinen Raum mit großer Bücherwand: neun Menschen zwischen 58 und 82 Jahren, alles HOWOGE-Mieter aus den umliegenden Wohnhochhäusern. „Uns um unsere Nachbarn und Mitmenschen zu kümmern – diese Aufgabe haben wir uns auf die Fahnen geschrieben“, sagt Frank Mißbach. Der 69-jährige Rentner ist Vorsitzender des elfköpfigen Gremiums.

Im Schnitt nimmt sich Frank Mißbach jede Woche rund vier Stunden, um das Leben im Kiez etwas besser zu machen. Zum Beispiel mit dem Kiezrundgang im März. „Zweimal im Jahr gehen wir durch unser Viertel und notieren, was uns nicht so gut gefällt“, erklärt Mißbach. Mit dabei sind Hausmeister, Mitarbeiter der HOWOGE, interessierte Mieter, neuerdings auch Vertreter von Ordnungsamt und Polizei. Angeregt von den Kiezrundgängen ließ die HOWOGE schon Parkplätze, Fahrradstellplätze und Räume für Kinderwagen anlegen. Im Frühjahr 2015 wird der Belag der Albert-Hößler-Straße ausgebessert. „All das hat der Mieterbeirat angestoßen“, so Frank Mißbach.

Uns um unsere Nachbarn und Mitmenschen zu kümmern – diese Aufgabe haben wir uns auf die Fahnen geschrieben.

In vielen Fällen vermittelt der Beirat zwischen den Beteiligten: unter Nachbarn, zwischen Mietern und der HOWOGE, aber auch zwischen verschiedenen Eigentümern. „Probleme machen auch vor einer Flächen- zuordnung nicht halt“, betont Ria Hieke. „Ein Stück Land gehört der Stadt, das andere Eigentümer A und das dritte Eigentümer B. Für Übergänge fühlt sich manchmal keiner zuständig.“ Hier wird der ehrenamtlich agierende Mieterbeirat zum entscheidenden Bindeglied. Auf sein Drängen hin hat zum Beispiel der Bezirk den Weg durch das sogenannte Katzenwäldchen neu teeren lassen. „Nun können Fußgänger das Wäldchen auch bei Regen wieder trockenen Fußes durchqueren“, berichtet Eberhard Elsing, der Sprecher des Mieterbeirats.

Ein weiterer Service: Jeden ersten Donnerstag im Monat halten Hans-Joachim Böhm und seine Kollegen eine kostenlose Mietersprechstunde in der Orangerie ab. „Viele Mieter scheuen sich davor, mit ihren Anliegen direkt zur HOWOGE zu gehen“, erläutert Böhm. „Bei uns als Nachbarn ist die Hemmschwelle kleiner. Wir können zwar nicht rechtsverbindlich beraten, aber wir können sagen, an wen sich Mieter wenden können.“ Ein häufiges Thema zu Jahresbeginn: die Betriebskostenabrechnungen. Aber auch Fragen zur Gebäudereinigung oder Nachbarschaftskonflikte kommen hier auf den Tisch. Gelegentlich interveniert der Beirat auch bei der HOWOGE. „Wir können nicht fordern, aber argumentieren“, sagt Böhm. „Und wenn dann ein kleiner Erfolg da ist, sagen uns die Bürger schon: Danke, habt Ihr gut gemacht!“

Mieterbeiräte der HOWOGE

Jeder kann sich beteiligen. Die Mieter wählen ihren Beirat per Briefwahl. Zuvor legt er in einer Mieterversammlung Rechenschaft ab, dort stellen sich auch die Kandidaten vor.

Nächste Wahl: November 2017

Bisherige Mieterbeiräte: Frankfurter Allee Süd, Anton-Saefkow, Berlin-Buch

www.howoge.de/mieterbeirat 

Mieterbeirat Frankfurter Allee Süd

Zuständig für die Wohnblöcke in der Frankfurter Allee, Schulze-Boysen-, Albert-Hößler-, Harnack- und John- Sieg-Straße. Sprechstunde ohne Voranmeldung: erster Donnerstag im Monat, 17-19 Uhr, Orangerie, Schulze-Boysen-Str. 38.

www.mieterbeirat-fas.de